Eddystone Google macht Apple im Beacons-Geschäft Konkurrenz

Mittwoch, 15. Juli 2015
Google steigt mit Eddystone in den Beacons-Markt ein
Google steigt mit Eddystone in den Beacons-Markt ein
Foto: Google

Der Run auf Beacons hält unvermindert an. Nach Apple und diversen Handelskonzernen will sich mit Google nun ein weiterer Big Player die kleinen Bluetooth-Sender zunutze machen. Experten erwarten, dass Google mit seinem "Eddystone"-System den Markt insgesamt beflügelt.
Beacons sind kleine Bluetooth-Sender, deren Signale man zum Beispiel mit einer Smartphone-App empfangen kann. Auf diese Weise ermöglichen Beacons neuartige Navigationslösungen und Werbeaktionen in Restaurants, Stadien oder im stationären Handel. Kaufhäuser wie Macy's oder Restaurant-Ketten wie McDonald's und Starbucks verwenden die Beacons etwa, um Kunden auf Sonderangebote oder andere Aktionen hinzuweisen. Einzelhändler nutzen die Technologie, um Kunden in ihren Läden gezielt zu bestimmten Produkten zu führen oder das Kaufverhalten der Shop-Besucher zu analysieren. Auch Apple hat bereits 2013 damit begonnen, seine Läden mit den eigenen iBeacons auszustatten.  Nun will also auch Google in dem Wachstumsmarkt mitmischen. Das Beacon-System Eddystone, das nach dem berühmten britischen Leuchtturm vor der Küste von Cornwall benannt wurde, setzt anders als das iBeacons-System von Apple auf eine Open-Source-Lösung und ermöglicht damit auch einen Einsatz auf verschiedenen Plattformen. Während die Apple-Lösung im Kern daraus besteht, eine bestimmte Seriennummer (UUID) zu funken, kann die Google-Lösung auch Web-Adressen (URLs) übertragen. Damit können Werbeanzeigen oder Informationen im Web-Browser dargestellt werden, ohne dass die Anwender zuvor eine App zur Verwertung der Beacon-Signale installiert haben.

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Google kann mit Eddystone die Beacon-Technologie nochmals auf ein neues Level heben, auch wenn es bereits viele Systeme am Markt gibt, die bereits plattformübergreifend funktionieren", glaubt Anna Langenbach, Principal beim Schweizer Unternehmen Beaconsmind. "Für Werbetreibende sollte Eddystone den Einsatz von Beacons für Marketing-Kampagnen zugänglicher machen und vereinfachen. Gespannt sind wir darauf, wie Google Eddystone bald mit seinen anderen Werbe-Produkten wie AdWords verknüpfen wird", so Langenbach. 

Unklar ist, ob Werbungtreibende und Händler ihre PoS-Daten tatsächlich Google offenlegen wollen. Auch Langenbach hat da so ihre Zweifel. "Wir könnten uns vorstellen, dass Datenschützer und Unternehmen sensibel mit ihren Daten umgehen und davon Abstand nehmen, Verkaufszahlen oder Kundendaten mit Google zu teilen", sagt die Beaconsmind-Chefin. mas/dpa
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