Umwelt-Kampagne zum Earth Day Apple zeigt sich von einer völlig neuen Seite

Freitag, 21. April 2017
In der Apple-Kampagne geht es unter anderem um: Schweiß
In der Apple-Kampagne geht es unter anderem um: Schweiß
© Apple

Anlässlich des Earth Day bekennt sich Apple zum Umweltschutz: Der iPhone-Hersteller startet eine Online-Kampagne, die zeigen soll, dass Apple nicht nur bei den eigenen Produkten innovativ ist, sondern auch bei deren Herstellung. Der gemeinsam mit dem Illustrations-Künstler James Blagden entstandene Auftritt ist völlig anders als alles, was man von Apple bislang kannte.
Normalerweise sind Apple-Kampagnen relativ nüchtern: Sie stellen ein Produkt in den Mittelpunkt und zeigen Menschen, die dank iPhone, Apple Watch und Co ihren Alltag besser meistern können. Was in den Werbeauftritten des Unternehmens aus dem kalifornischen Cupertino dagegen eher selten zu sehen ist: Humor und Selbstironie. 
Das ist in der neuen Kampagne anders. Die insgesamt vier Videos, die Apple auf Youtube veröffentlicht hat und die in sozialen Netzwerken verbreitet werden, zeigen konkrete Beispiele dafür, wie sich Apple für Themen wie Gesundheit und Umweltschutz engagiert. Eines der Videos trägt etwa den Titel "Warum macht Apple seinen eigenen Schweiß?" und stellt die Ingenieure Rob Guzzo und Art Fong vor. Sie kümmern sich bei Apple darum, dass Produkte wie die Apple Watch auch dann einwandfrei funktionieren, wenn der Träger stark schwitzt.
Die weiteren Videos beschäftigen sich mit Themen wie der Nutzung von Sonnenenergie, umweltfreundliche Gebäudekühlung und die Vermeidung von Abfall. Während das Voice-Over jeweils normal und unaufgeregt wirkt, bekommen die Filme durch Blagdens Illustrationen und die Hintergrundmusik einen lockeren, geradezu humorvollen Touch - ohne der Botschaft ihre Ernsthaftigkeit zu nehmen.
Neben den Videos schaltet Apple zu jeder Botschaft thematisch passende Online-Motive. Nach Informationen von HORIZONT Online war bei der Entstehung der Kampagne keine Werbeagentur involviert - eine offizielle Bestätigung dafür gibt es nicht.

Die Kampagne startet nicht nur zeitnah zum Tag der Erde am 22. April. Sie fällt auch zusammen mit der Veröffentlichung von Apples Umweltreport. Darin hat sich das Unternehmen das Langzeitziel gesetzt, in seiner Produktionskette komplett auf die Förderung neuer Rohstoffe zu verzichten. Stattdessen sollen nur erneuerbare Ressourcen oder Materialien zum Einsatz kommen.
Auch die neue Firmenzentrale Apple Park, die im April die ersten Mitarbeiter aufgenommen hat, soll zum Umwelt-Kurs des Unternehmens ihren Teil beitragen. Apple-Chef Tim Cook hatte bereits 2014 erklärt, die neue Zentrale solle "das grünste Gebäude der Welt" werden. In Apples Umwelt-Kampagne kommt der 175-Hektar-Komplex in dem Video "Kann ein Gebäude atmen?" vor. Darin erklärt Immobilien-Chef Dan Whisenhunt, wie der Apple Park die Außenluft als Kühlsystem nutzt. 
Die Kampagne soll zeigen, dass Apple Themen wie Umweltschutz und Nachhaltigkeit wichtig sind. Für seinen Einsatz wird der iPhone-Hersteller auch von Greenpeace gelobt. Kritiker warfen Apple in der Vergangenheit allerdings trotzdem so genanntes Greenwashing vor. Ein Kritikpunkt dabei war, dass Apple zwar seinen eigenen ökologischen Fußabdruck verringere, bei seinen Zulieferern aber nicht so genau hinschaue. Auf einer FAQ-Seite erklärt Apple, dass man auch bei Partner-Unternehmen hohe Umwelt-Standards verlange. ire
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