EQ Mercedes-Benz launcht neue Marke für Elektromobilität

Donnerstag, 29. September 2016
Mercedes-Benz launcht die neue Marke EQ
Mercedes-Benz launcht die neue Marke EQ
Foto: Mercedes-Benz

Zwei Buchstaben stehen für den Aufbruch in eine neue Ära: Mit EQ hat Mercedes-Benz heute auf dem Pariser Autosalon eine neue Produktmarke für Elektromobilität gelauncht.

Ganz so überraschend mag die Präsentation der neuen Mercedes-Subbrand für Branchenexperten nicht gewesen sein, deren Buchstaben für "Electric Intelligence" stehen. Bereits vor Wochen waren erste Gerüchte aufgetaucht, dass die Stuttgarter in Paris ein Zeichen für die Elektromobilität setzen wollen.

Doch was Mercedes da initiiert hat, ist bemerkenswert und Teil einer strategischen Ausrichtung. "Die Mobilität der Zukunft bei Mercedes-Benz stützt sich auf vier Säulen: Vernetzung, autonomes Fahren, Teilen und elektrische Antriebe", sagt Dieter Zetsche. Für den gut aufgelegten CEO hat jede dieser vier Entwicklungen allein das Potenzial, die Branche zu verändern. "Die eigentliche Revolution liegt in der intelligenten Verknüpfung der vier Trends." Um das zu erreichen, hat Mercedes-Benz mit "CASE" eine neue Unit gebildet. Ziel iet es, neu zu denken und mehr Durchschlagskraft und Tempo bei der Umsetzung zu erzielen.

Matthias Müller, VW CEO Paris
Bild: Volkswagen

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Und deshalb geht bei EQ um mehr als die Vorstellung der seriennahen Studie "Generation EQ", die heute erstmals auf der Bühne stand. Neben Elektrofahrzeugen entsteht unter EQ ein ganzes Ökosystem an Produkten, Service, Innovationen und Technologien. „Unter dieser Marke bündeln wir unser gesamtes Know-how rund um die intelligente Elektromobilität von Mercedes-Benz“, erklärt Ola Källenius, Vorstandsmitglied bei Daimler und verantwortlich für Mercedes-Benz Cars Vertrieb. Dazu gehören Wallboxen als Schnellladestationen für Zuhause, Services wie die kostenlose App „Charge & Pay“ oder auch Produkte, die einem nicht sofort einfallen, wenn man an einen Autohersteller denkt, wie stationäre Energiespeicher für Strom als Photovoltaik- oder Solaranlagen. Damit will Mercedes ein konsistentes und klares Erscheinungsbild für nachhaltige Produkte und Dienstleistungen schaffen.

Für die Top-Manager des Konzerns stellt EQ daher auch nichts weniger als der nächste logische Schritt innerhalb der Marketingstrategie „Best Customer Experience“ dar. Das gilt auch für die künftigen EQ-Modelle. Das sportliche SUV Coupé „EQ Generation“ ist als Vorreiter einer neuen Fahrzeuggeneration mit batterieelektrischem Antrieb gedacht.  Sie erhält ein eigenständiges Design in „Elektro-Ästhetik“, wie es bei Mercedes-Benz heißt. Soll heißen: Die Form des Kühlergrill ändert sich, es gibt eine neue Lichtsignatur und im Innern ein neues Bedien- und Anzeigekonzept. Schalter fehlen so beispielsweise fast völlig. Stattdessen liegt der Fokus im Cockpit auf einer unkomplizierten, touch-basierten Bedienung.

Chefdesigner Gorden Wagener formuliert das so: „Generation EQ ist hot and Cool“. Und sie ist vielfach einsetzbar. Die Basisarchitektur findet in allen Modellreihen und Derivate wie SUVs, Limousinen und Coupés Verwendung. Die Reichweite der Studie liegt bei etwa 500 Kilometern – das dürfte bei dem ein oder anderen Interessenten die Angst mildern, irgendwo auf der Autobahn stehen zu bleiben. Und das ist wichtig für Mercedes. Bis spätestens 2025 will der Hersteller der führende Premiumhersteller bei der Elektromobilität werden - neue Wettbewerber eingeschlossen. mir

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