E-Zigaretten Bundeskabinett beschließt Verkaufsverbot an Kinder und Jugendliche

Mittwoch, 04. November 2015
E-Zigaretten sind immer wieder Gegenstand von Diskussionen
E-Zigaretten sind immer wieder Gegenstand von Diskussionen
Foto: tibanna79/Fotolia

Neue Restriktionen für die noch junge E-Zigarettenbranche: Das Bundeskabinett hat einem Verkaufsverbot von Elektronischen Zigaretten und E-Shishas an Kinder und Jugendliche zugestimmt. Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig hatte einen entsprechenden Gesetzentwurf eingebracht. Nach wie vor offen ist die Frage, ob auch weiterhin für elektronische Tabakprodukte geworben werden darf.
Beim Verkauf profitierten E-Zigaretten bislang von einer Gesetzeslücke, weil sie keinen Tabak enthalten. Allerdings beinhalten einige der Flüssigkeiten, mit denen elektronische Zigaretten befüllt werden ("Liquids"), dafür das als gesundheitsschädlich eingestufte Propylenglykol. Und in einigen Liquids ist außerdem sehr wohl der Suchtstoff Nikotin enthalten. Der Beschluss zeigt einmal mehr, dass es die Politik ernst meint mit dem Kampf gegen die Zigarette - ob elektronisch oder nicht. Noch bis zum 20. Mai 2016 hat die Bundesregierung Zeit, die EU-Tabakrichtlinie zu ratifizieren. E-Zigaretten mit Nikotin werden darin herkömmlichen Zigaretten gleichgestellt – mit allen Restriktionen, auch in puncto Tabakwerbeverbot. Das heißt: Werbung in Print, Radio, TV und in "Diensten der Informationsgesellschaft", sprich Online, ist damit künftig untersagt. Schwesig und der für Verbraucherschutz zuständige Bundesminister Christian Schmidt wollen das Werbeverbot auch auf E-Zigaretten ohne Nikotin ausweiten.

"E-Zigaretten und E-Shishas gehören nicht in die Hände von Kindern und Jugendlichen, denn sie sind schädlich - genauso schädlich wie ganz normale Zigaretten", zitiert die dpa heute die SPD-Politikerin. Schwesig kann sich bei dieser Aussage auf eine Expertise der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung stützen. Demzufolge seien schon nach wenigen Zügen an einer E-Zigarette "kurzfristige schädliche Effekte auf die Atmungsorgane" festgestellt worden. Auch das Bundesinstitut für Risikobewertung und das Deutsche Krebsforschungszentrum hätten die gesundheitlichen Risiken des Konsums auch von nikotinfreien E-Shishas und E-Zigaretten bereits belegt.
„E-Zigaretten und E-Shishas gehören nicht in die Hände von Kindern und Jugendlichen, denn sie sind schädlich - genauso schädlich wie ganz normale Zigaretten.“
Manuela Schwesig
Schmidt schloß sich Schwesig an: "E-Zigaretten und E-Shishas – egal ob mit oder ohne Nikotin – haben in den Händen von Kindern und Jugendlichen nichts zu suchen. Die Verdampfer sind keine harmlosen Naschereien, auch wenn sie nach Schokolade, Bubble Gum oder Melone schmecken. Diese süßen Aromastoffe verschleiern die potenziellen Gefahren."

Laut Schwesig habe der Konsum von E-Zigaretten und E-Shishas bei Kindern und Jugendlichen zugenommen. Bereits jede fünfte Person in der Altersgruppe der 12- bis 17-Jährigen habe schon einmal eine E-Shisha probiert und jede siebte in dieser Altersgruppe eine E-Zigarette. 11,3 Prozent dieser Altersgruppe haben bereits eine E-Shisha oder eine E-Zigarette konsumiert, ohne jemals eine Tabakzigarette geraucht zu haben. ire (mit dpa-Material)
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