E-Zigaretten Be Posh startet mit Millionenkampagne in den deutschen Markt

Dienstag, 03. März 2015
Posh Global-Marketer Jaroslav Zajicek und Geschäftsführer Ingo Karsten vor einem Motiv der Kampagne
Posh Global-Marketer Jaroslav Zajicek und Geschäftsführer Ingo Karsten vor einem Motiv der Kampagne
Foto: Posh Global GmbH
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Die Zahl der Konsumenten von elektronischen Zigaretten in Deutschland steigt beständig - und mit ihr die Zahl der Marktteilnehmer. Nun drückt das Düsseldorfer Unternehmen Posh Global seine neue Marke Be Posh mit einer Werbekampagne in den Markt, deren Budget sich im zweistelligen Millionenbereich bewegt.
Die inhouse kreierte Kampagne startet zunächst in 12 deutschen Städten mit Plakatmotiven, auf denen den Konsumenten Gratisproben schmackhaft gemacht werden sollen. Darüber hinaus gehören Print- und Online-Anzeigen sowie PoS-Maßnahmen zu dem Kampagnenpaket. Außerdem schickt Be Posh Sales-Vertreter zu den Händlern, um diese zur Aufnahme des Newcomers in das Sortiment zu bewegen. "Der Markt in Deutschland ist reif für eine Marken-E-Zigarette im stationären Einzelhandel", sagt Ingo Karsten, Geschäftsführer der Posh Global GmbH.
„Erst mit der Kombination von Marke und Media kann eine E-Zigarette die Anforderungen des deutschen Einzelhandels erfüllen.“
Jaroslav Zajicek, Marketing-Direktor Posh Global
Ziel der millionenschweren Kampagne sei, Be Posh in den kommenden zwei Jahren zur bekanntesten E-Zigaretten-Marke in Deutschland zu machen, so Marketing-Direktor Jaroslav Zajicek. "Erst mit der Kombination von Marke und Media kann eine E-Zigarette  die Anforderungen des deutschen Einzelhandels erfüllen. Wir wollen den Massenmarkt erschließen und bringen die nötigen Investitionen auf." Möglich macht den hohen Werbedruck auch die Beteiligung eines Investors aus Nordrhein Westfalen "mit direktem Zugang zu On-und Offline Medien", wie es in einem Fact Sheet über Posh Global heißt. Den Namen des Geldgebers will man allerdings nicht preisgeben.

Der Markt für E-Zigaretten gilt als Wachstumbereich: In Deutschland gibt es Schätzungen zufolge etwa 2 bis 3 Millionen Konsumenten von E-Zigaretten. In den kommenden anderthalb Jahren soll diese Zahl weiter wachsen. Laut Verband des E-Zigarettenhandels wurden im vergangenen Jahr zwischen 150 und 200 Millionen Euro Umsatz mit entsprechenden Produkten gemacht (siehe Grafik). Als USP der elektronischen Zigaretten gilt der Wegfall der schädlichen Nebenprodukte bei der Verbrennung von Tabak. Stattdessen verdampfen die E-Glimmstengel mit Aromastoffen versetzte Flüssigkeit, so genannte Liquids. In einigen davon kann Nikotin enthalten sein.

Infografik: Umsatz mit E-Zigaretten in Deutschland | Statista
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Die inhaltliche Zusammensetzung der Liquids entscheidet letztendlich auch über die Marketingmaßnahmen für E-Zigaretten. Denn die EU-Richtlinie 2014/40/EU legt nahe, dass hierzulande lediglich E-Zigaretten, die kein Nikotin enthalten, frei beworben werden. Für nikotinhaltige E-Zigaretten würden demnach die gleichen Werberestriktionen gelten wie für Tabakzigaretten - TV- und Radio-Werbung wären also verboten. "Elektronische Zigaretten können sich zu einem Mittel für den Einstieg in die Nikotinabhängigkeit und letztlich in den herkömmlichen Tabakkonsum entwickeln, da mit ihnen der Vorgang des Rauchens nachgeahmt und normalisiert wird. Aus diesem Grund sollte ein restriktiver Ansatz in Bezug auf die Werbung für elektronische Zigaretten und Nachfüllbehälter verfolgt werden", heißt es in dem Dokument.

In Deutschland hat die Bundesregierung noch bis zum 20. Mai 2016 Zeit, die EU-Tabakrichtlinie umzusetzen. Wie das hiesige Gesetz ausgestaltet sein wird und welche exakten Werbeverbote es beinhaltet, ist jetzt noch nicht absehbar.

Posh Global könnte derzeit also zumindest für seine nikotinfreien Produkte theoretisch auch im TV zu werben. Die Einwegzigarette Try sowie das wiederaufladbare Gerät Select sind sowohl mit als auch Nikotin verfügbar. Entsprechende Maßnahmen sind aber derzeit offenbar nicht geplant. Andere Marktteilnehmer haben diesen Weg aber bereits beschritten: 2013 startete der Hersteller Red Kiwi eine TV-Kampagne, die nach Unternehmensangaben die Sichtbarkeit der Marke deutlich gesteigert habe.

E-Zigarette
Bild: tibanna79/Fotolia

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