E-Zigarette Vype British American Tobacco kommt dem drohenden Werbeverbot zuvor

Freitag, 29. Januar 2016
Szene aus dem TV-Spot für Vype
Szene aus dem TV-Spot für Vype
Foto: BAT

British American Tobacco (BAT) startet in Deutschland eine TV-Kampagne für die E-Zigarette Vype. Damit dringt der Tabakriese in ein Segment vor, das bislang von mittelständischen Anbietern geprägt war. "Nichts Geringeres als eine Markt-Revolution" versprechen die Briten mit ihrem neuen Produkt. Zugleich begibt BAT sich auf wackliges Terrain - denn der E-Zigarette droht hierzulande bekanntlich ein komplettes Werbeverbot.
Bei der Entscheidung pro oder contra E-Zigarette spielen bei vielen Menschen nicht zuletzt gesundheitliche Aspekte eine Rolle. Ihr Dampf gilt als verträglicher, weil ihm die Verbrennungsstoffe der herkömmlichen Zigarette fehlen. Ob die Flüssigkeit, mit der das Gerät befüllt wird, Nikotin enthält oder nicht, kann der Konsument selbst entscheiden. In dem von Geometry Global Hamburg in Zusammenarbeit mit JWT London kreierten TV-Spot für Vype ist das alles allerdings kein Thema - dort geht es mehr um Design und Funktionalität (Produktion: Ridley Scott Associates, London). 
Zusehen ist das Commercial ab Februar auf wichtigen privaten Sendern – aus Jugendschutzgründen immer nach 20 Uhr. Als Media-Agentur fungiert Mindshare. Außerdem zeigt BAT den Spot auch auf govype.de, der deutschen Vype Facebook-Fanpage und auf Youtube. Für die begleitenden PR-Maßnahmen ist Straub & Linardatos in Hamburg zuständig. Mit Vype reagiere man auf das veränderte Konsumentenverhalten, wie BAT mitteilt. Viele Raucher würden sich eine Alternative zur klassischen Zigarette wünschen. "Unser Anspruch ist, mit Vype ein hoch qualitatives Produkt anzubieten, das auf dieses Bedürfnis eingeht", sagt Ralf Wittenberg, Sprecher der Geschäftsführung British American Tobacco in Deutschland. In England hatte das Unternehmen vor zwei Jahren bereits eine Kampagne für Vype gestartet.

In den vergangenen Jahren haben vermehrt kleine und mittelständische Hersteller das Wachstumssegment E-Zigarette werblich besetzt, etwa Red Kiwi, Lynden und Be Posh. Ihnen allein wird BAT das Feld nicht überlassen wollen. Die sich verändernden Marktgegebenheiten dürften allerdings nur ein Teil der Überlegungen des Unternehmens gewesen sein. Denn ab Mai 2016 wird es für Hersteller von E-Zigaretten voraussichtlich deutlich schwieriger, für ihr Produkt zu werben.

Dann nämlich tritt auch hierzulande die EU-Tabakproduktrichtlinie in Kraft, die eine Ausweitung der Werberestriktionen für konventionelle Zigaretten auf nikotinhaltige E-Zigaretten vorsieht. Das heißt: Werbung in Print, Radio, TV und in "Diensten der Informationsgesellschaft", sprich Online, ist damit künftig untersagt. Und damit nicht genug: Das Bundesernährungsministerium unter Christian Schmidt will auch die Werbung für nikotinfreie Produkte verbieten. Ein Verkausfverbot von E-Zigaretten an Kinder und Jugendliche war bereits im vergangenen Jahr auf den Weg gebracht worden - und soeben vom Bundestag beschlossenire
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