E-Sports Wie Sport 1 und Wüstenrot langfristig von dem Trendsport profitieren wollen

Dienstag, 09. Mai 2017
Die IEM Anfang 2017 im polnischen Kattowitz lockte 173.000 Zuschauer in die Spodek Arena
Die IEM Anfang 2017 im polnischen Kattowitz lockte 173.000 Zuschauer in die Spodek Arena
© ESL

E-Sports begeistert immer mehr Menschen. Erst kürzlich hat das Olympic Council of Asia (OCA) verkündet, dass die Trendsportart bei den Asienspielen 2022 im chinesischen Hangzhou erstmals offizielle Medaillendisziplin wird. Auch wenn es noch einige Jahre dauern dürfte, bis die Disziplin olympisch wird - Medien und Sponsoren haben das große Potenzial von E-Sports längst erkannt. Auch in Deutschland. Sport 1 und die Wüstenrot Bausparkasse sind hierzulande die besten Beispiele.
E-Sports schreibt in Deutschland schon seit einer Weile positive Schlagzeilen: Laut einer aktuellen Deloitte-Studie soll der Umsatz im Markt von aktuell rund 50 Millionen Euro bis 2020 auf 130 Millionen Euro anwachsen. Die Fußball-Bundesligisten Schalke 04 sowie der VfL Wolfsburg unterhalten eigene E-Sports-Teams und Experten erwarten, dass die Sportart in Sachen Fans und Umsatzerlöse die Basketball-Bundesliga BBL, die Deutsche Eishockey Liga DEL und die Handball-Bundesliga HBL bis zum Ende des Jahrzehnts einholen wird.
Die Treiber des Erfolgs sind einerseits die mediale Verwertung der größten Events mit den besten Spielern und andererseits die steigenden Sponsoringeinnahmen. Daran, dass sich hierzulande immer mehr Menschen medial mit E-Sports beschäftigen, hat Sport 1 den wohl größten Anteil. Das Ismaninger Unternehmen, das sich selbst als Deutschlands führende 360-Grad-Sportplattform versteht, berichtet nicht nur online über E-Sports, sondern zeigt als einziger Sender große Veranstaltungen im Free-TV. So haben das Live-Event von den Intel Extreme Masters (IEM) im polnischen Kattowitz Ende Februar im Schnitt 90000 Zuschauer ab 3 Jahren verfolgt (Marktanteil 0,3 Prozent). In der Spitze waren 200.000 Zuschauer dabei. In der Kernzielgruppe der Männer zwischen 14 und 49 Jahren war das Interesse mit über 50.000 Zusehern im Schnitt besonders groß.
"Mit seinen reichweitenstarken Inhalten, einer überwiegend jungen Zielgruppe und einer überdurchschnittlich aktiven Community bietet E-Sports für uns enormes Potenzial“, sagt Robin Seckler, Geschäftsführer Digital Products. Wie Gamingportale und Kicker.de wolle auch Sport 1 die Digital Natives mit exklusiven Inhalten auf dem E-Sports-Channel, über Social Media und mit einer eigenen E-Sports-App erreichen. Der Großteil der Online-Nutzer ist laut Seckler zwischen 18 und 24 Jahren alt, fast jeder zweite davon besucht Sport1.de zum ersten Mal.

Auch Kevin Roller, PR-Redakteur und Mitglied des Projektteams, das die Sponsoringaktivitäten von Wüstenrot für die deutsche ESL betreut, ist vom nachhaltigen Potenzial des Trendsports überzeugt. Vor wenigen Wochen erst wurde die Zusammenarbeit bis Ende 2019 verlängert. Wüstenrot bleibt damit Hauptsponsor der ESL-Meisterschaft, die dreimal im Jahr stattfindet und als Königsklasse des deutschen E-Sports gilt. "Für viele junge Menschen spielt das Thema Gaming eine fast so wichtige Rolle wie die Mitgliedschaft im Fußballverein", sagt Roller. "E-Sports ist global, aber auch speziell in Deutschland, ein rapide wachsendes Feld mit einer begeisterten und engagierten Community." Und die deutsche ESL-Meisterschaft bildet dabei das ideale Umfeld für die Aktivierung der jungen Zielgruppe.
„Für viele junge Menschen spielt das Thema Gaming eine fast so wichtige Rolle wie die Mitgliedschaft im Fußballverein.“
Kevin Roller
Den Anstoß dafür, dass ausgerechnet ein Finanzdienstleister eine junge und angesagte Sportart, die gerade erst im Mainstream ankommt, als Sponsoringplattform wählt, ergab sich laut Roller durch eine simple Fragestellung: Wie erreicht das Unternehmen im digitalen Zeitalter eigentlich noch junge Menschen zwischen 18 und 24 Jahren, die auch im finanziellen Bereich eigenverantwortlich Zukunftsentscheidungen treffen müssen? Die Lösung liegt für Wüstenrot in der Relevanz der eigenen Produkte und dem richtigen Content für das Umfeld: "Wir schaffen die inhaltliche Verbindung zwischen Wüstenrot und dem Sponsoring, indem wir jungen Menschen, die auf eigenen Beinen stehen wollen, zeigen, dass Wüstenrot ein solider Partner für die finanzielle Planung ihrer Zukunft ist."
Konkret setzt das Unternehmen im Rahmen der Kooperation auf Brandingmaßnahmen in den Online-Kanälen, einen Jugendspot zum "Wohnspar-Tarif" sowie Gewinnspiel-Aktionen. Bei den Finalspielen der ESL-Meisterschaft ist Wüstenrot sowohl als Presenter bei den Live-Streams als auch mit Attraktionen für die Fans vor Ort präsent. Die größte Zielgruppenaffinität erreicht die Bausparkasse jedoch mit einer Videoserie in den digitalen Kanälen, die unter dem Motto „Mach auch du dein Ding“ steht und bekannte E-Sportler porträtiert. Fans erhalten exklusive Einblicke in das Leben ihrer Stars und erfahren, wie sie ihren Weg zum finanziell erfolgreichen Gamer gegangen sind. So transportiert Wüstenrot gleichzeitig den Leitgedanken seiner Jugendkommunikation mit, mit der man die jungen Erwachsenen mit den eigenen Produkten fördern will - und das soll dann langfristig auf die Marke einzahlen. tt
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