Droge als Medizinprodukt Leafly wirbt in den USA ganz legal für Cannabis

Montag, 04. August 2014
Hierzulande undenkbar: Werbung für Cannabis (Foto: Leafly)
Hierzulande undenkbar: Werbung für Cannabis (Foto: Leafly)

In Deutschland wäre das nicht möglich, in den USA dagegen schon: Erstmals erschien am vergangenen Sonntag in der "New York Times" eine ganzseitige Anzeige für Marihuana. Hinter der Werbung steckt das Start-up Leafly, das eine Online-Datenbank betreibt. Wie das zusammenpasst? In den USA gibt es Pläne, den Konsum von Marihuana unter bestimmten Umständen zu legalisieren. 23 Bundesstaaten haben bereits entsprechende Gesetze verabschiedet. In New York ist jetzt der Compassionate Care Act in Kraft getreten, der medizinisches Cannabis für therapeuthische Zwecke freigibt, etwa zur Schmerzbekämpfung. Das Problem: Wer die Droge legal erwerben will, weiß eigentlich nicht so richtig wo und wie.

Hier kommt Leafly ins Spiel. Das Start-up hat eine Datenbank entwickelt, mit deren Hilfe ein Patient beispielsweise erfährt, wo er Cannabis erhält und welche Sorte gegen welche Beschwerden hilft. Das ganzseitige Motiv zeigt zwei Menschen, die Maruhuana zur Linderung der Symptome von MS und begleitend zu einer Krebsbehandlung nehmen. Konzipiert hat die Kampagne Heckler Associates in Seattle.

Für "The World's Cannabis Information Resource", wie sich Leafly selbst bezeichnet, ist die Anzeige eine Investition in die Zukunft. Nach Schätzungen des Branchenmagazins "Adweek" dürfte die Schaltung 180.000 US-Dollar gekostet haben. Ob das Geld gut angelegt ist oder die Wirkung verraucht, wird sich bald zeigen. Nach eigenen Angaben hat Leafly.com monatlich vier Millionen Besucher sowie rund 1,6 Millionen App-Downloads. Nach Abschluss der Kampagne sollen das deutlich mehr sein. mir
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