"Dreiste Falschmeldung" Deutsche Bahn dementiert Bericht zu Abschaffung der BahnCard

Donnerstag, 04. Dezember 2014
BahnCard-Anzeigenmotiv aus diesem Jahr
BahnCard-Anzeigenmotiv aus diesem Jahr
Foto: Deutsche Bahn
Themenseiten zu diesem Artikel:

Bahncard Deutsche Bahn Rabattkarte Ogilvy & Mather


Die BahnCard gehört zu den wichtigsten Angeboten der Deutschen Bahn. Fünf Millionen Menschen besitzen aktuell eine solche Rabattkarte, die teilweise mehr als die Hälfte zum Umsatzes im Fernverkehr beisteuerte - und die daher auch in den von Ogilvy & Mather kreierten Bahn-Kampagnen traditionell eine zentrale Rolle spielt. Jetzt soll die BahnCard angeblich eingestellt werden. Doch der Konzern widerspricht.
Die Deutsche Bahn hat einen Bericht dementiert, nach dem sie die Abschaffung der BahnCard in ihrer bisherigen Form prüft. Das hatte hr-Info unter Berufung auf eine Vorlage für eine Bahn-Aufsichtsratssitzung am 10. Dezember berichtet. Die Bahn wies die Behauptungen als "dreiste Falschmeldung" zurück.
Nach Informationen von hr-Info könnte die BahnCard zu einer Art "Kundenkonto" werden, das Rabatte nur noch für Großkunden und Vielfahrer und gemäß der Auslastung eines Zugs einräumt. Außerdem könnten der Vorlage zufolge unwirtschaftliche Linien und weitere Nachtzüge eingestellt werden. Die Bahn will dem Bericht zufolge im Fernverkehr die Kosten bis 2019 um 1,5 Milliarden Euro senken. Zu diesen angeblichen Veränderungen will sich die Bahn nun im Laufe des Tages äußern, wie der Konzern auf seiner Website ankündigt.
Der Bahn macht auch die wachsende Konkurrenz von Fernbussen zu schaffen. Dieses Jahr könnte die Bahn früheren Angaben zufolge bis zu 120 Millionen Euro Umsatz an die Fernbusse verlieren. Dem Bericht zufolge wird der Umsatzverlust durch die Konkurrenz mittelfristig auf 240 Millionen Euro pro Jahr beziffert.

Im September hatte die Bahn angekündigt, am Jahresende nur leicht an der Preisschraube zu drehen. In Fernzügen gibt es für die zweite Klasse keine Erhöhung. Fahrscheine für die erste Klasse werden ab 14. Dezember durchschnittlich 2,9 Prozent teurer, sind dann aber inklusive Platzreservierung und im ICE auch mit WLAN-Nutzung. Die Bahn hatte damals auf die zunehmende Konkurrenz durch Fernbusse verwiesen, aber auch durch Carsharing und Mitfahrzentralen.

Update, 15:21 Uhr:

Die Deutsche Bahn will nach Worten ihres Vorstandsmitglieds Ulrich Homburg ihr Bahncard-Angebot erweitern und nicht einschränken. "Die Bahncard wird es weiter in bisheriger Form geben", sagte Homburg am Donnerstag in einer Telefonkonferenz. Mit der Bahncard 50 könne man auch künftig Fahrscheine zum halben Preis erwerben. Mit der Bahncard 25 werde es weiterhin 25 Prozent Rabatt auch auf Sonderangebote (Sparpreise) geben. Die Bahn überlege, Kundengruppen, die sich von den bisherigen Bahncards nicht angezogen fühlten, zusätzliche Rabattmöglichkeiten einzuräumen. mas/dpa
Meist gelesen
stats