Doppelte Smart-Premiere Daimler hat den Kleinsten

Donnerstag, 17. Juli 2014
Daimler-Chef Dieter Zetsche im neuen Smart (c) Daimler
Daimler-Chef Dieter Zetsche im neuen Smart (c) Daimler

Es ist Mittwoch abend, kurz nach 23 Uhr. Smart-Chefin Annette Winkler bedankt sich mit herzlichen Worten bei der Eventcrew für ihren Einsatz. Vor gut drei Stunden hat die Managerin gemeinsam mit Daimler-CEO Dieter Zetsche im Berliner Tempodrom der Weltöffentlichkeit erstmals die beiden neuen Smart-Modelle präsentiert. Das danke sagen ist eine Szene mit Symbolcharakter. Sie zeigt, für welchen Geist und Glauben die Kleinwagenmarke aus der Stuttgarter Autoschmiede steht: Gemeinsam können wir die Welt verändern. Der Gedanke jedenfalls ist den ganzen Tag über spürbar. Seit dem frühen Nachmittag bringen Mitarbeiter in Workshops den über 500 Gästen die Marke und ihre "For"-Haltung näher. Inhaltlich geht es um Mobilität, um Design, um Urban Gardening, um Connectivität und Innovation. Dahinter steht eine simple Botschaft: Der neue Smart Fortwo und der neue Forfour bringen mehr Lebensfreude in die Stadt. Das spiegelt sich in der aktuellen Markenkampagne wieder. Das ist aber auch das Motto der Premierenshow, bei der die beiden Modelle mit Licht, Effekten und Tanzeinlagen inszeniert werden.

Der Aufwand verwundert kaum. Der Doppelaufschlag ist für Smart eine Premiere. Mehr noch. "Das ist der Aufbruch in eine neue Ära", sagt Winkler. Die technischen Veränderungen und Neuheiten im Fahrzeug, die Digitalisierung, die erhöhte Sicherheit oder die 800 Kombinationsmöglichkeiten, die der Konfigurator ermöglicht, sollen Kunden weltweit anlocken. Noch entscheidender ist aber etwas anderes: Nach wie vor ist der "Wir-ziehen-in-die-Stadt"-Trend ungebrochen. Um 180.000 Menschen pro Tag wachsen die Städte weltweit. "Megacities werden radikal andere Autos brauchen", sagt Winkler. Cityflitzer, die effizient sind. Autos, die Fahrspaß bieten und wenig Platz benötigen, etwa durch einen kleinen Wendekreis von 6,95 Meter, den etwa der Zweisitzer schafft. "Wir sind auch Wendekreis-Weltmeister", jubelt Winkler.

Dieter Zetsche: Smart ist aus unserem Portfolio nicht mehr wegzudenken. “
Dass das möglich ist, liegt unter anderem an der nicht vorhandenen Größe. Die dritte Generation des 2-Sitzers bleibt mit 2,69 Metern knuffig kurz. "Wir haben den Kleinsten", sagt Zetsche stolz. Und der 4-Sitzer fällt mit 3,49 Metern nicht viel größer aus. Mit Blick auf die zunehmende Enge in den Städten, wird Winzigkeit zum Kaufargument. Die Zahl der weltweit verkauften Neuwagen soll sich bis 2025 um 38 Prozent erhöhen. "Das macht dann 280.000 neue Autos pro Tag", rechnet Zetsche vor. Von diesem Kuchen möchte sich Daimler mit Smart im Microsegment einen großen Teil sichern. Warum das gelingen könnte, erzählt Zetsche, ganz Smart-like leger in Jeans, Hemd und Jacket gekleidet, anhand der Fabel vom Hasen und Igel. Bei vielen Trend, die andere derzeit in der Branche für sich entdeckten, könne Smart sagen "Ich bin schon da". Das gelte bei der Urbanisierung genauso wie für die Individualisierung, der E-Mobilität oder dem Car-Sharing. Zweifel, dass Daimler es sich mit Smart dennoch mal anders überlegen könnte, will Zetsche an diesem Abend erst gar nicht aufkommen lassen. "Smart ist aus unserem Portfolio nicht mehr wegzudenken", sagt er gleich zu Beginn seiner Rede. Denn gemeinsam kann man noch etwas: mehr erreichen. mir
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