Dmexco-Macher Landgericht Köln hebt einstweilige Verfügung gegen Muche und Schneider auf

Dienstag, 23. Januar 2018
Christian Muche und Frank Schneider
Christian Muche und Frank Schneider
© dmexco

Erfolg für die Dmexco-Macher Christian Muche und Frank Schneider - und Schlappe für die Koelnmesse. Das Landgericht Köln hat am heutigen Dienstag die am 9. November 2017 erlassene einstweilige Verfügung gegen die beiden Digitalmanager aufgehoben und den Antrag der Messegesellschaft zurückgewiesen. Das bestätigt eine Gerichtssprecherin auf Anfrage und inzwischen auch ein Sprecher der Dmexco.
Die Koelnmesse hatte sich Ende vorigen Jahres überraschend von ihren langjährigen Partnern Muche und Schneider getrennt. Den beiden und ihrer Firma KDME wurde fristlos gekündigt und durch die einstweilige Verfügung untersagt, sich bis Ende September 2018 bei Messen und Veranstaltungen im Bereich Digitalmarketing zu engagieren. Begründet wurde dieser Schritt mit einem angeblichen Vertragsverstoß gegen ein Wettbewerbsverbot. Gemeint waren die Aktivitäten von Muche und Schneider bei der Schweizer Digitalkonferenz D-Pulse.
Das Landgericht Köln folgt in seiner aktuellen Entscheidung nicht dieser Argumentation der Koelnmesse und hebt den Beschluss vom November auf. Die Begründung in Kurzform: Das Gericht sieht einen Verstoß nicht hinreichend begründet, da sich das Wettbewerbsverbot von Muche und Schneider auf andere EU-Länder beziehungsweise auf Länder bezieht, in denen die Koelnmesse selbst aktiv ist. Beides ist im Falle der Schweiz nicht gegeben. Zudem erscheint es dem Gericht laut Auskunft einer Sprecherin zweifelhaft, ob Dmexco und D-Pulse tatsächlich Konkurrenzveranstaltungen sind, weil es sich einmal um eine Messe und im Schweizer Fall um eine Konferenz handele.

Wie zu erwarten, will die Messegesellschaft nun ihrerseits juristisch gegen die Entscheidung vorgehen, nachdem zunächst Muche und Schneider Einspruch gegen die einstweilige Verfügung erhoben hatten. Wie ein Dmexco-Sprecher erklärt, werde man vor dem Oberlandesgericht Köln in Berufung gehen und versuchen, das Wettbewerbsverbot für Muche und Schneider und deren Firma KDME durchzusetzen. Zudem werde es ungeachtet der Aufhebung der einstweiligen Verfügung keine weitere Zusammenarbeit mit den früheren Partnern geben.

Die Aufgaben von Muche und Schneider sind inzwischen ohnehin neu verteilt. Neuer Chief Advisor ist Dominik Matyka, die Verantwortung für die Bereiche Expo & Operations übernimmt Philipp Hilbig. mam
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