Discounter So inszeniert sich Lidl als aktiver Freund der Umwelt

Donnerstag, 14. Januar 2016
Lidl wirbt für die Umwelt mit nackten Tatsachen
Lidl wirbt für die Umwelt mit nackten Tatsachen
Foto: Lidl
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Lidl Discounter


Wer darüber spekuliert hatte, dass Lidl seine Kampagne zur Unternehmensmarke nach der öffentlichen Kritik im vergangenen Jahr drosseln wird, sieht sich gleich zu Jahresbeginn eines Besseren belehrt. Thema der frisch gestarteten Markenkampagne ist die "Kreislaufflasche" - Lidls Recycling-Programm für PET-Flaschen, die anschließend als Rohstoff für die Eigenmarken Saskia und Freeway genutzt werden.
Das Storytelling des vom Lidl-Stammbetreuer Freunde des Hauses kreierten Spots folgt dem gewohnten, leicht selbstironischen Tonfall vergangener Unternehmensspots. Es werden die verschiedenen - nicht ganz ernst gemeinten - Formen aufgezählt, mit denen sich CO2 einsparen lässt. Dann verweist der Spot auf die PET-Pfandflaschen, die bei Lidl wieder zu Rohmaterial für die Flaschen der hauseigenen Getränkemarken Saskia und Freeway verarbeitet werden. Nach eigenen Angaben spart das Unternehmen auf diese Weise 50.000 Tonnen CO2 ein. Bei Umweltverbänden wird sich der Discounter mit dieser Kampagne allerdings kaum Freunde machen. Schließlich gelten PET-Flaschen, die eben nicht mehrfach verwendet werden, nicht als echte Recyclingflaschen, sondern bestenfalls als Kompromisslösung. Aus Marketingsicht ist die Botschaft geschickt gewählt: Lidl präsentiert sich nicht als umweltbewusstes Unternehmen, sondern wertet auch implizit seine Handelsmarken auf, da deren Flaschen zumindest zu 55 Prozent aus recycelten Rohstoffen hergestellt werden. cam
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