Discount-Roboter Wie Lidl in Rekordzeit eine Persiflage zu Edekas "Weihnachten 2117" liefert

Donnerstag, 07. Dezember 2017
Jetzt hat auch Lidl einen eigenen Weihnachtsroboter
Jetzt hat auch Lidl einen eigenen Weihnachtsroboter
© Lidl

Das ging schnell, sogar rasend schnell: Nicht einmal zehn Tage nach dem Start von Edekas Weihnachtskampagne "Weihnachten 2117" liefert Lidl seine eigene Version der Geschichte. Auch der Discounter schickt seinen Roboter auf die Reise zu den Menschen - mit einem kleinen, aber feinen Unterschied. Die Botschaft des Auftritts ist simpel, aber passend zur Marke: "Weihnachten muss nicht teuer sein". Der Film, der mit der Länge der Edeka-Vorlage problemlos mithalten kann, ist ab sofort auf Facebook und Youtube zu sehen.
Lidl hat 2017 schon mehrmals mit Social-Media-Videos gegen Edeka  ausgeteilt. So zeigte ein vermeintlicher Nachrichten-Beitrag, wie Edeka-Mitarbeiter ihr Obst und Gemüse lieber bei Lidl einkaufen und in der "La-La-Land"-Parodie "LI-Dl-Land" präsentierte der Discounter die tragische Liebesgeschichte eines Lidl-Verkäufers mit der Tochter eines Edeka-Kaufmanns. Während "Li-Dl-Land" mit einer liebevollen Produktion zu beeindrucken wusste, merkt man allerdings der jüngsten Kampagne ihre kurze Produktionszeit und das begrenzte Budget an. Wo die Edeka-Vorlage anspruchvolle Optik und einen glaubwürdig animierten Roboter liefert, macht sich die Lidl-Vorlage keine größere Mühe, die billigen Animationen zu kaschieren und lässt den Roboter von einem Menschen im Kostüm spielen. Verantwortlich für das Guerilla-Shooting war Florida Reklame, die im Frühjahr 2017 gegründete Werbefilmtochter der TV-Produktionsfirma Florida TV, die hinter Pro-Sieben-Shows wie "Duell um die Welt" und "Die beste Show der Welt" steht. Musik und Sounddesign stammen von Not a Machine, Berlin

Mit der leicht trashigen Optik dürfte Auftraggeber Lidl und Leadagentur BBDO nicht wirklich ein Problem haben. Entscheidend für die Marke ist ohnehin vor allem der Schluss, wenn der Roboter vor der Tür des Menschenhauses steht. Während sein Edeka-Kollege nur mit einem Weihnachtsstern und Liebe in den Schaltkreisen aufgetaucht war, bringt der Lidl-Roboter wenigstens noch eine große Tüte mit billigen Lidl-Produkten zum Fest mit.

Bei Edeka dürfte sich der Ärger über die Parodie vermutlich in Grenzen halten. Schließlich dokumentiert Lidls Film anschaulich, dass Edeka auch zwei Jahre nach "Heimkommen" trotz des allgemein steigenden Niveaus in der Weihnachtswerbung immer noch die Referenz liefert, wenn es um stilbildende Werbekreation geht. cam
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