#Dieselgate VW büßt für die Abgas-Affäre

Mittwoch, 28. Oktober 2015
Dieselgate kommt VW teuer zu stehen
Dieselgate kommt VW teuer zu stehen
Foto: dfv

Der Manipulationsskandal wirkt sich auf das Finanzergebnis von Volkswagen aus. Erstmals seit über 20 Jahren weist der Konzern einen Quartalsverlust aus. In den USA haben fast zwei Drittel eine schlechte Meinung von VW.
Die Zahlen sprechen sich für sich: Im dritten Quartal spürt Volkswagen erstmals finanziell die Auswirkungen des Manipulationsskandals bei Dieselfahrzeugen. Vor Zinsen und Steuern fährt der Konzern ein Minus von gut 3,5 Milliarden Euro ein. Unter dem Strich steht ebenfalls ein Verlust von 1,7 Milliarden Euro. Damit steht der Konzern erstmals seit über 20 Jahren bei einem Quartalsergebnis in den tiefroten Zahlen. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum steigt trotz des Minus im dritten Quartal das operative Ergebnis vor Sondereinflüssen in den ersten neun Monaten von 9,4 auf 10,2 Milliarden Euro. Der Umsatz verbesserte sich um 8,5 Prozent auf 160,3 Milliarden Euro. "Die Zahlen zeigen einerseits die starke Substanz des Volkswagen Konzerns, andererseits treten erste Auswirkungen der derzeitigen Situation klar zu Tage", erklärt Matthias Müller. Erneut bekräftigt der CEO dabei: "Wir werden alles daran setzen, verlorengegangenes Vertrauen wiederzugewinnen." Die Verluste sind eine Folge der finanziellen Vorkehrungen, die der Konzern für die kommenden Monate getroffen hat. 6,7 Milliarden Euro haben die Wolfsburger für Schadensersatzforderungen und Rückrufe zurückgelegt. Experten gehen allerdings davon aus, dass diese Summe nicht reichen wird.

In den USA fordern Anwälte beispielsweise mittlerweile eine sofortige Entschädigung der betroffenen Kunden. Begründung: VW habe den Betrug zugegeben und könne keine schnelle Beseitigung des Schadens zusagen. Das Image der Marke VW ist in den Staaten ohnehin durch die Affäre stark beschädigt. Nach einer Untersuchung von Survey Monkey haben rund 65 Prozent der Amerikaner eine schlechte Meinung von VW. Vor dem Skandal sah das anders aus. Damals bewerteten 40,2 Prozent der Befragten die Marke als positiv, 30,2 Prozent als neutral. Laut der Untersuchung der Online-Umfragespezialisten verfolgt jeder dritte US-Bürger (39,6 Prozent) das Thema, 9,8 Prozent davon sogar sehr intensiv.

Derweil geht die juristische Aufarbeitung von Dieselgate weiter. Die Staatsanwaltschaft Braunschweig bestätigt einen Bericht der "Automobilwoche", wonach die Behörde Verfahren gegen mehrere Mitarbeiter des Konzerns eingeleitet habe.

Trotzdem scheint sich der Ärger über VW beim Absatz insgesamt noch nicht auszuwirken.Der große und schon prognostizierte Einbruch bei den Verkäufen bleibt bislang aus. Mit weltweit 7,43 Millionen Fahrzeugen lieferte der größte europäische Autobauer zwar 1,5 Prozent weniger Fahrzeuge als vor Jahresfrist aus. Das Minus resultiert aber vor allem aus der schwächelnden Nachfrage in Russland, Brasilien und China. mir


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