Dieselgate Ford und Toyota locken Dieselkunden

Donnerstag, 03. August 2017
So will Ford unzufriedene Dieselkunden locken
So will Ford unzufriedene Dieselkunden locken
Foto: Ford

Vor ein paar Tagen war das noch kein Thema. Jetzt aber versuchen die ersten Hersteller den Dieselskandal für sich zu nutzen. Ford und Toyota starten Umtauschprogramme, um verunsicherte Dieselfahrer für sich zu gewinnen.
Ein Ergebnis des gestrigen Diesel-Gipfels ist: Über fünf Millionen Diesel-PKW von Volkswagen, BMW, Opel und Daimler bekommen ein Softwareupdate verpasst. Die Kosten dafür tragen die Hersteller - was für sie dennoch ein Erfolg ist. Denn diese Variante ist für sie günstiger als technische Nachrüstungen an den betroffenen Fahrzeugen. Ob das allerdings verunsicherte und verärgerte Kunden wirklich beruhigt, angesichts der nach wie vor drohender Fahrverbote in Städten und dem Vertrauensverlust in die betroffenen Marken?
So will Ford unzufriedene Dieselkunden locken
So will Ford unzufriedene Dieselkunden locken (Bild: Ford)
Ford und Toyota glauben das wohl nicht. Sie bringen sich aktuell mit Angeboten in Stellung, um Konsumenten und Fahrer anderer Marken von ihren Angeboten zu überzeugen. Bislang hatten sich die Hersteller, die nicht vom Dieselskandal betroffen sind, hier eher zurückgehalten.
So startete gestern Ford eine Initiative für eine Verbesserung der Luftqualität in den Städten. Kernelement ist ein modellunabhängiger Umweltbonus, der zwischen 2.000 und 8.000 Euro liegt. Den bekommen Interessenten, die bisher ein Fahrzeug mit Euro-Norm 1, 2 oder 3 fahren (Zulassung bis 2006), wenn sie in diesem Jahr einen neuen Ford kaufen. Ausgelegt ist das "Entsorgungsprogramm" bisher für 50.000 Kunden.

Doch Ford will nicht nur alte Kisten von der Straße bekommen und dabei gleichzeitig den eigenen Absatz ankurbeln. Die Intiative setzt auch noch an anderer Stelle an. Das Programm enthält ein Bike-Sharing-Programm. Über seine Händler schenkt der Kölner Autobauer den ersten 100.000 Käufern ab September eine einjährige Mitgliedschaft bei Call a Bike, dem Fahrradverleihsystem der Deutschen Bahn Connect. Damit erweitert Ford seine Zusammenarbeit mit der Bahn-Tochter beim Carsharing. Dritter Punkt des Programms: Bereits im Juni hatte Ford und Street Scooter, eine Tochtergesellschaft der Deutschen Post DHL Group, eine Partnerschaft zur Fertigung batterie-elektrischer Lieferfahrzeuge angekündigt. Bis Ende 2018 sollen 2.500 Fahrzeuge den innerstädtischen Lieferservice übernehmen. Unter anderem mit einer Anzeigenkampagne in deutschen Tageszeitungen und auf der eigenen Website macht Ford auf seine Umweltinitiative aufmerksam.

Diese hat aber Konkurrenz aus der eigenen Stadt bekommen. Toyota kündigte gestern am frühen Abend ebenfalls an, Dieselmodelle gegen Hybridfahrzeuge einzutauschen. Entscheiden sich Kunden hierbei etwa für einen Yaris Hybrid, Auris Hybrid und Auris Touring Sports Hybrid, zahlt ihnen der japanische Hersteller einen Bonus von 2000 Euro plus eine Hybridprämie von ebenfalls 2000 Euro. Kommuniziert wird das Angebot aktuell vor allem über die Medien und in den sozialen Netzwerken. mir
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