Deutscher Marketing Tag 5 Erkenntnisse über agiles Marketing

Freitag, 11. November 2016
DMV-Präsident Ralf Strauß
DMV-Präsident Ralf Strauß
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Ralf Strauß Motel One


Agiles Marketing gehört derzeit zu den Trendthemen. Wie man die Methode im Unternehmen umsetzt und warum es dazu eine andere Organisation braucht, erklärt Ralf Strauß, Präsident des Deutschen Marketing Verbands im Interview mit HORIZONT.
Agiles Marketing bestimmt den Deutschen Marketing Tag am 24. November in Leipzig. Bei seiner traditionellen Jahresveranstaltung will der Deutsche Marketing Verband den Trendbegriff mit Inhalten statt leerer Worthülsen füllen. HORIZONT hat im Vorfeld mit DMV-Präsident Ralf Strauß über die Methode, notwendige Umbaumaßnahmen in der Firmenorganisation und die Rolle von Bedenkenträgern gesprochen. Fünf Punkte.

1.

Die Notwendigkeit

"Märkte und Konsumenten verändern sich ständig. Sie möchten nicht mehr mit Werbung zugeschüttet werden, sondern sie möchten heute kontextbezogene, relevante Angebote haben. Gleichzeitig muss eine Marke heute im Sinne einer Total Customer Experience über alle Touchpoints hinweg einheitliche Geschichten erzählen. Es darf nicht mehr sein, dass beispielsweise ein Handelsunternehmen in der Werbung stimmungsvolle Bilder zeichnet und sich dann im Laden ein Verkäufer im Kundenkontakt à la „Dirty Harry“ aufführt."

Der Deutsche Marketing Tag

Der 43. Deutsche Marketing Tag findet in diesem Jahr am 24. November in Leipzig statt. Er steht unter dem zentralen Leitthema "Marketing goes Agile. Veranstalter der Branchenkonferenz ist der Deutsche Marketing Verband. Höhepunkt des Events ist am Abend die Verleihung des Deutschen Marketing Preises. Im vergangenen Jahr ging die Auszeichnung an Motel One. Weitere Informationen gibt es unter www.marketing-tag.de.
 

2.

Die Bedeutung von Daten und IT

"Es geht nicht ohne. Marketingentscheider brauchen Daten, damit sie die Kundendaten, die an den Touchpoints entstehen, sinnvoll auswerten und wieder für eine bessere Aussteuerung aller Maßnahmen verwenden können. Aber sie brauchen auch IT-Wissen. Das startet zunächst einmal mit den Prozessen, die hinter ihrem Geschäftsmodell liegen. Diese müssen im Detail verstanden werden. Und zum anderen, um diese Prozesse nachfolgend in IT-Anwendungen abbilden und integrieren zu können. Der Marketingleiter der Zukunft wird auf zwei Standbeinen stehen. Das eine sind die klassischen Disziplinen des Marketings. Das andere ist ein Grundverständnis von Digital- und IT-Themen."


3.

Nötige Umbaumaßnahmen

"Wer agiles Marketing umsetzen will, braucht eine andere Organisationsform. Es gibt immer mehr Kanäle. Immer mehr Tools. Immer mehr Daten. Das ist mit den bisherigen Funktional-Strukturen oftmals nicht mehr zu stemmen. Es geht heute im Marketing wie im Mannschaftssport um crossfunktionales Teamwork. Die Mitspieler wechseln ihre Rollen, man versucht ständig die Stärken, das Know-how, die Erfahrungen der verschiedenen Teamkollegen unterschiedlich einzusetzen."



4.

Geduld

"Viele scheuen den Aufwand. Das ist aber verständlich. In Konzernen, aber auch im Mittelstand wimmelt es an vielen Stellen von Bedenkenträgern und eingefahrenen Gewohnheiten. Es ist deshalb deutlich schwieriger, die eigene Organisation umzustellen als zu sagen: „Wir holen uns eine weitere Agentur an Bord und die betreut noch einen Kanal mehr.“ Eine Umstellung von einer Silostruktur zu einer crossfunktionalen Organisation dauert mindestens neun Monate – oder auch mehr. Und in dieser Zeit wissen Sie nicht, ob die Umstellung Ihnen bereits beim Ergebnis hilft, Sie effizienter werden oder aber die Mitarbeiter zufriedener. Sie bekommen in dieser Phase keinen Bühnenapplaus, sondern vor allem Unruhe und ganz viele Fragen."

5.

Kultur des Lernes

"Das Marketing muss einfach mehr ausprobieren und aus den Ergebnisse lernen. Wir sind darauf getrimmt, keine Fehler zu machen. Unternehmen brauchen aber heute eine Kultur des Lernens und des Mutigseins." mir

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