Deutscher Marketing Verband 10 Thesen zur Individualisierung des Marketings

Donnerstag, 26. November 2015
DMV-Präsident Strauß
DMV-Präsident Strauß

Beim Deutschen Marketing Tag in Stuttgart in der kommenden Woche, geht es um die Zukunft des Marketings. Im Vorfeld hat DMV-Präsident Ralf Strauß zehn Thesen entwickelt. Die Diziplin wird noch individueller.
Mit der Individualisierung 4.0 erreicht das Marketing eine neue Stufe. Nach Tante Emma-Laden, CRM-Projekten und Cookies-Zeitalter mit der Automatisierung des Marketings mittels verschiedener Targeting-Tools folgt nun der nächste Trend: Programmatic Personalization. Die individuelle Ansprache mit personalisierten Inhalten und spezifizierten Angeboten erfolgt stark über digitale und mobile Anwendungen, flexible Fertigungssysteme wie 3D-Drucker und In-Store-Technologien. Professor Ralf Strauß. Präsident des Deutschen Marketing Verbands und ehemaliger SAP- und VW-Marketeer, fasst im Vorfeld des Deutschen Marketing Tags am 3. Dezember in Stuttgart die Entwicklung in zehn Thesen zusammen, die für die Managementdiziplin in den kommenden Monaten bestimmend werden sollen.

These 1

Der übergeordnete Mega-Trend heißt Individualisierung – Programmatic Advertising, Mass Customization und Dynamic Pricing sind die Erfüllungsgehilfen für den über Jahrzehnte gehegten Traum eines massenhaften 1-1 Marketings.

These 2

Märkte wandeln sich zu Käufermärkten mit starker Verhandlungsmacht der Konsumenten und gleichzeitig hohen Ansprüchen an Qualität und Service – trotz günstiger Absatzpreise.

These 3

Unternehmen müssen noch mehr als zuvor den Kunden mit seinen Bedürfnissen, Wünschen und Präferenzen in den Mittelpunkt stellen. Das Konzept der "marktorientierten Unternehmensführung" gewinnt im Zeitalter der Digitalisierung zunehmende Bedeutung.

These 4

Individualisierung erfordert in Zukunft eine stärkere Informationsintensität zwischen Anbietern und Kunden. Und das in Echtzeit: Inhalte müssen sich an Präferenzen, soziale Verbindungen, sogar Stimmungen anpassen.

These 5

Die Relevanz in den Inhalten und Angeboten und die Kreativität in der Ansprache erleben eine Renaissance.

These 6

Der Einzelne wird zum „Gravitationszentrum eines individuellen Universums“, in dem Inhalte und Angebote kreisen und bei – für ihn passender Gelegenheit - auf ihn zukommen.

These 7

Eine neue Disziplin entsteht: "Total Customer Experience Management", also die Absicherung einer qualitativ hochwertigen, relevanten und konsistenten Interaktion mit dem Kunden über sämtliche Kontaktpunkte und über den gesamten Lebenszyklus eines Kunden bzw. eines Produktes hinweg. Vom Beziehungsaufbau mit einem Neukunden über den Leistungsaustausch mit Bestandskunden bis zum Verlust des Kunden am Ende des Lebenszyklusses.

These 8

Mit zunehmender Marketing-Automatisierung werden sich heute noch separate Prozessschritte wie etwa der Marketing-Planung, des Kampagnen-Managements, des Media-Einkaufs oder auch des Reportings zunehmend als ein ganzheitlicher „End-to-End“-Prozess darstellen. Vormals bestehende Prozessbrüche oder manuelle Zwischenarbeiten werden automatisiert oder über Workflows auf ein absolutes Minimum reduziert.

These 9

In vielen Unternehmen wird meist nur jährlich und – stark eindimensional ausgerichtet – rein auf die Verteidigung avisierter Budgets des Folgejahres geplant. Heute wandelt sich die Marketingplanung zu einem aktiven Instrument, das die Strategie und Ziele über inhaltliche Programme bis auf die Ebene einzelner Maßnahmen kaskadiert.

These 10

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