Deutsche Telekom "Fack ju Göhte"-Regisseur Bora Dagtekin übernimmt "Familie Heins"

Dienstag, 04. August 2015
"Fack ju Göhte"-Regisseur Bora Dagtekin
"Fack ju Göhte"-Regisseur Bora Dagtekin
Foto: Constantin Film/Gene Glover
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Bora Dagtekin Deutsche Telekom


Die Content-Kampagne "Familie Heins" zeigt auch nach einem Jahr keine Ermüdungserscheinungen. Zum ersten Geburtstag holt der Konzern mit Bora Dagtekin ein echtes Unterhaltungs-Schwergewicht ins Boot. Der Komödienexperte, der seinen Durchbruch mit der TV-Serie "Türkisch für Anfänger" und dem Kinoerfolg "Fack ju Göhte" schaffte, wird ab August die neuen Folgen von "Familie Heins" umsetzen. Damit kann auch von einer umfangreichen Integration in den anstehenden Film "Fack ju Göhte 2" ausgegangen werden.

Dagtekin ist für die Deutsche Telekom und ihre Agentur DDB gleich in mehrfacher Hinsicht ein Glücksgriff: Der Kreative ist über seine beruflichen Anfänge der Werbebranche verbunden und hat darüber hinaus bewiesen, dass er sich auf die Inszenierung humorvoller Formate versteht. Darüber hinaus gehört für den Regisseur die Vermarktung von Unterhaltungsformate versteht. Im Interview mit HORIZONT (Ausgabe 19/2014) kritisierte er: "Fiktive Stoffe werden viel zu selten zu einer richtigen Marke hochgepusht, wie die Amis das machen."

Schon bei dieser Gelegenheit hatte sich Daktekin offen zu seinem Interesse bekannt, wieder häufiger an Werbekampagnen zu arbeiten. Auch die Umsetzung von Webisodes hatte er nicht ausgeschlossen. Mit "Familie Heins" kann er nun beide Ziele angehen. Die von DDB kreierte Kampagne hatte sich von Anfang an vorgenommen, die fiktive Familie als dauerhafte Unterhaltungsmarke zu etablieren und so eine langfristige Kommunikationsplattform für den Markenauftritt der Deutschen Telekom zu schaffen. Dazu soll die Serie auch in Zukunft ein hohes Tempo fahren. Alle vier bis sechs Wochen wird eine neue Episode erscheinen.
Spannend ist dabei auch die Frage, ob die Verpflichtung Dagtekins auch auf eine langfristige Intensivierung der Zusammenarbeit mit der Produktionsfirma Constantin hinausläuft, oder ob sich die Zusammenarbeit auf die Kooperation zum Start von "Fack ju Göhte 2" (10. September 2015) beschränken wird. Die Telekom hatte die Serie ursprünglich zusammen mit der TV-Produktionsfirma Ufa gestartet. Die ersten Drehbücher erinnerten dann allerdings noch stark an konventionelle Fernsehserien und waren für ein Onlineformat vergleichsweise brav. Seitdem hat sich das Ensemble deutlich weiterentwickelt und mit Oma Charlotte einen ungeplanten Publikumsliebling bekommen.

Den nächsten kreativen Evolutionsschritt könnte jetzt Dagtekin liefern, indem er die Serie in ihren komödiantischen Momenten auf eine neue Stufe hebt. Allerdings wird das kaum ohne viel Vertrauen des Auftraggebers funktionieren. Gegenüber HORIZONT hat sich der Drehbuchschreiber und Regisseur schon als Skeptiker von zu viel Vorsicht in der Kommunikation geoutet: "Humor und Eier kann man halt nicht testen, sondern sollte man haben. Vor allem, wenn man ein starkes Produkt hat." cam 

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