Deutsche Bank John Cryan macht Jörg Eigendorf zum Kommunikationschef

Montag, 19. Oktober 2015
Eigendorf wechselt zur Deutschen Bank
Eigendorf wechselt zur Deutschen Bank

Der neue Co-Chef der Deutschen Bank, John Cryan, baut den Konzern komplett um. Das gilt auch für die Kommunikation. Hier setzt Cryan künftig auf die Expertise von Jörg Eigendorf. Der Journalist, der aktuell noch bei der Mediengruppe Welt/N24 das Investigativ-Team leitet und Mitglied der Chefredaktion ist, wird neuer Konzernsprecher und Generalbevollmächtigter mit Berichtslinie zu den beiden Co-Vorstandsvorsitzenden. 

Bei der Deutschen Bank tritt Eigendorf in die Fußstapfen von Thorsten Strauß, der zurzeit Kommunikation, Corporate Social Responsibility und Public Affairs verantwortet sowie im Management Committee Deutschland sitzt. Strauß bleibt dem Finanzdienstleister erhalten und wird sich künftig weltweit um das Kultur-, Kunst und Sport-Engagement der Bank inklusive der Kunstsammlung kümmern. 

Die Neubesetzung in der Kommunikation ist freilich angesichts des massiven Konzernumbaus nur als Nebenkriegsschauplatz zu bewerten. Denn der künftige Boss der Deutschen Bank lässt keinen Stein auf dem anderen.  So legt Cryan die Axt ans Erbe seines Vorgängers Anshu Jain und spaltet das mächtige Investmentbanking auf. Die Unternehmensfinanzierung wird mit dem Zahlungsverkehrsgeschäft zusammengefügt und vom Wertpapiergeschäft getrennt. Zudem soll es künftig für jeden Geschäftsbereich einen Vertreter im Vorstand geben, um klare Verantwortlichkeiten zu schaffen. Aufgelöst wird dagegen der sogenannte erweiterte Vorstand, der von Josef Ackermann vor mehr als zehn Jahren ins Leben gerufen wurde. Dieses Gremium galt als eigentliches Machtzentrum der Bank. Zugleich entzog es sich weitgehend dem Zugriff der Finanzaufsicht Bafin. Diese kann nur Mitglieder des direkten Vorstands abberufen.

Unter Jains Führung war das Gremium auf 18 Mitglieder angeschwollen. Darunter waren zahlreiche Getreue, weithin bekannt als Anshus Army. Unter anderem verlassen nun Colin Fan und Michele Faisolla die Bank. Aus dem eigentlichen Vorstand scheiden Stefan Krause, Stephan Leithner und Henry Ritchotte aus. Drei Manager, die von der Bafin im Zusammenhang mit der Libor-Affäre um manipulierte Zinssätze scharf kritisiert worden waren.

Stattdessen ziehen sechs Neue in den Vorstand - darunter künftig zwei Frauen. Cryan macht klar, dass er mit möglichst unbelasteten Führungskräften den Neuanfang der Bank angehen will. Es ist ein weiteres Zeichen, dass er es ernst meint mit dem Umbau. An der Börse schafft er so Vertrauen. Händler, Analysten und Kommentatoren loben fast unisono die Schritte. mas/dpa

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