Der beste Job der Welt Pornhubs erfolgreicher Appell an die schmutzige Phantasie der Kreativen

Donnerstag, 22. Mai 2014
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"Sex sells" gehört zu den ewigen Weisheiten der Werbebranche. Aber was tut man, wenn Sex nicht verkaufen, sondern verkauft werden soll? Die Schmuddel-Website Pornhub löste das Problem, indem sie einen Crowdsourcing-Wettbewerb für kreativ doppeldeutige Werbeideen ausschrieb. Zu gewinnen gibt es eine Anstellung als Creative Director zur Vermarktung von Stellungsspielen. Jetzt sind die Ergebnisse der kollektiven schmutzigen Phantasie online zu sehen.

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Die Bildergalerie mit den 15 Kandidaten der Endrunde ist nun die zweite Chance für Onlineuser, selbst Hand anzulegen. Ähnlich wie bei Doritos "Crash the Super Bowl" gewinnt die Werbeidee, die die Aufmerksamkeit der meisten User erregt. Im Gegensatz zur Snackmarke ist es bei Pornhub allerdings durchaus zweifelhaft, ob das Unternehmen tatsächlich mit der Gewinneridee des Votings werben wird. Denn die amerikanische Medienlandschaft hat bisher auf die Avancen von Pornhub äußerst kühl reagiert. Das Portal ist daher bei der Penetration seiner Zielgruppe auf unübliche Hilfmittel angewiesen. So setzt der Streaming-Anbieter seinen Statistik-Blog Pornhub-Insights ein, um über Datensauswertungen sexueller Präferenzen in der Berichterstattung der Medien regelmäßig vertreten zu sein.

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Pornhubs aktueller Wettbewerb dürfte letztlich derselben Mechanik folgen, die schon die Tourismus-Behörde des australischen Queensland in ihrer Kampagne "Best Job in the World" erfolgreich nutzte. Weltweit konnten sich Interessierte um einen einjährigen Vertrag als Botschafter der Region bewerben, der von ihnen letztlich nur verlangte Urlaub zu machen und regelmäßig aus der Region in sozialen Medien zu berichten. Dabei war der eindeutig wichtigere Teil der Kampagne die Suche nach dem Kandidaten. Für dessen anschließende Berichte interessierte sich die Weltöffentlichkeit deutlich weniger.

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Dass sich auch Pornhub von der anschließenden Zusammenarbeit mit dem Gewinner nicht sonderlich viel erwartet, lässt sich schon daran erkennen, dass laut den Regeln des Wettbewerbs über die Vertragsbedingungen des künftigen Creative Directors erst nach dem Wettbewerb entschieden wird. Auch ein Schlussdatum wird für die Abstimmung nicht klar benannt. Aber selbst wenn der Job weitgehend symbolischer Natur sein dürfte, kann sich der neue Creative Director mit der Tatsache trösten, dass er für eine der seltenen Firmen arbeitet, bei der Pornographie am Arbeitsplatz nicht nur erlaubt ist, sondern sogar erwartet wird. cam

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