Deloitte-Studie Bundesliga bleibt Europas wirtschaftlichste Fußball-Liga

Donnerstag, 05. Juni 2014
Die Bundesliga hat wirtschaftlich in Europa die Nase vorn (Bild: DFL)
Die Bundesliga hat wirtschaftlich in Europa die Nase vorn (Bild: DFL)


Die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Deloitte hat kurz vor dem WM in Brasilien ihren jährlichen Bericht "Annual Review of Football Finance" veröffentlicht. Die deutsche Fußball-Bundesliga hat ihren zweiten Platz im Umsatzranking der europäischen Top-Ligen hinter der englischen Premier League verteidigt. Viel wichtiger allerdings: Das Verhältnis von Kosten und Umsatz stimmt einer keiner anderen Liga so sehr wie in der Bundesliga.
Karsten Hollasch ist Partner und Leiter der Sport Business Gruppe bei Deloitte (Bild: Deloitte)
Karsten Hollasch ist Partner und Leiter der Sport Business Gruppe bei Deloitte (Bild: Deloitte)
So beträgt das durchschnittliche Verhältnis der Gehaltskosten zum Gesamtumsatz in der Bundesliga weiterhin lediglich 51 Prozent. Spanien (56 Prozent), Frankreich (66 Prozent), England (71 Prozent) und Italien (71 Prozent) weisen in dieser Kategorie wie im Vorjahr zum Teil wesentlich höhere Werte aus. Das wirkt sich auf die Wirtschaftlichkeit der Liga insgesamt aus: Mit einem operativen Ergebnis von 264 Millionen Euro habe die Bundesliga zum fünften Mal in Folge den besten Wert der fünf großen europäischen Ligen ausgewiesen, so der Bericht. "Seit Beginn unserer Analysen vor über 20 Jahren war keine Fußball-Liga in einer Spielzeit profitabler als die Bundesliga in der Saison 2012/13", sagt Karsten Hollasch, Partner und Leiter der Sport Business Gruppe bei Deloitte. "Die zunehmende Professionalität in den Führungsetagen der Clubs und das strenge Lizenzierungsverfahren der DFL dürften auch im Kalkül von potenziellen strategischen Partnern oder Sponsoren eine nicht unerhebliche Rolle spielen."

In puncto Umsatz liegt die Bundesliga nach wie vor auf dem zweiten Rang hinter der englischen Premier League. Während die Liga auf der Insel im Geschäftsjahr 2012/13 2,9 Milliarden Euro Umsatz machte, waren es in der höchsten deutschen Spielklasse 2,0 Milliarden - ein Plus von 8 Prozent gegenüber dem Vorjahr. "Die erneute Erlössteigerung um rund 150 Millionen Euro ging zu mehr als 80 Prozent auf das Konto der beiden Champions-League-Finalisten München und Dortmund", so Hollasch. "Neben den unmittelbar sportlich bedingten Einnahmen aus der UEFA-Zentralvermarktung konnten die Bayern und der BVB durch cleveres Marketing insbesondere im Sponsoring und Merchandising nochmals deutlich zulegen."

Auf den folgenden Plätzen finden sich die spanische Primera División (1,9 Milliarden), die italienische Serie A (1,7 Milliarden) und die französische Ligue 1 (1,3 Milliarden). Die Gesamtumsätze exklusive Transfererlöse des europäischen Fußballmarktes stiegen laut Deloitte um 2 Prozent auf ein neues Rekordniveau von 19,9 Milliarden Euro. Nahezu die Hälfte des Marktvolumens, nämlich 9,8 Milliarden Euro, gehen auf das Konto der fünf großen Ligen. ire
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