Daten-Allianz Verimi Telekom und Lufthansa üben Schulterschluss mit Allianz, Springer und Co

Montag, 28. August 2017
Telekom-Boss Timotheus Höttges macht bei Verimi mit
Telekom-Boss Timotheus Höttges macht bei Verimi mit
© Barbara Frommann

Die im Mai 2017 von den Konzernen Allianz, Axel Springer, Daimler, Deutsche Bank und dem Kartendienst Here initiierte Daten-Allianz bekommt Zuwachs - und einen Namen. Verimi heißt künftig die Plattform, mit der die Unternehmen gegen die Dominanz von US-Schwergewichten wie Google und Facebook ankämpfen und sich auf die ab Mai 2018 geltende E-Privacy-Verordnung vorbereiten wollen. An diesem Kampf beteiligen sich ab sofort auch die Deutsche Telekom, die Lufthansa und die Bundesdruckerei.
Verimi - das Kunstwort ist angelehnt an die englischen Begriffe "verify" und "me" - soll ähnlich wie die von RTL, Pro Sieben Sat 1 und United Internet initiierte Datenallianz eine Art europäische Antwort auf die internationalen Plattformanbieter wie Google, Facebook, Amazon und Twitter sein, die ihre Nutzer aufgrund der Login-Pflicht ziemlich gut kennen, was sich freilich auch werblich ausschlachten lässt. Zudem darf das Bündnis als Reaktion auf die geplante E-Privacy-Verordnung verstanden werden, die wie berichtet die cookiebasierte Zielgruppenansprache über Targeting erheblich erschweren wird und strenge Opt-in-Verfahren vorsieht, was einen digitalen "Generalschlüssel“ für möglichst viele Webseiten sinnvoll erscheinen lässt. 

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Glaubt man den Initiatoren, dann nimmt Verimi allmählich Fahrt auf. Das Unternehmen, für das in Berlin mehr als 30 Mitarbeiter arbeiten, will die 
Basisversion seines "Generalschlüssels" bereits zum Jahreswechsel 2017/18 vorstellen. Die branchenübergreifende Registrierungs-, Identitäts- und Datenplattform soll das Einloggen auf Webseiten deutlich vereinfachen.

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Bild: Seven-One Media

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Bei der Basisversion müssen Verimi-Nutzer künftig einmalig Namen und Passwort eingeben. Dann sind sie berechtigt, auf die Anwendungen der beteiligten Unternehmen zugreifen zu können. Die zeitraubende Eingabe persönlicher Daten bei jeder neuen Anwendung sowie die Verwaltung mehrerer Passwörter für unterschiedliche Internetseiten soll man sich so sparen können.

Zudem will Verimi das Internet insgesamt sicherer machen. So sollen die Nutzer künftig selbst den Umfang der Datennutzung bestimmen können, indem sie selbst festlegen, welche Daten sie an wen weitergeben wollen.

Thomas Ebeling,  Anke Schäferkordt, Ralph Dommermuth,
Bild: ProSieben/RTL/United Internet

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Das Ziel, möglichst viele neue Partner aus unterschiedlichen Branchen zu gewinnen, scheint nicht unrealistisch zu sein. "Verimi hat das Potenzial, höchste Standards bei Datenschutz und Sicherheit mit Nutzerfreundlichkeit zu kombinieren", schwärmt etwa Harry Hohmeister, Mitglied des Vorstands der Deutschen Lufthansa, die nun Verimi beitritt. Auch Telekom-Chef Timotheus Höttges ist von dem "hochsicheren Generalschlüssel für das Internet" überzeugt. "Wir sorgen dafür, dass digitale Identitäten unserer Kunden den EU-Rechtsraum nicht verlassen und die Sicherheit des deutschen Datenschutzes genießen." Die jüngsten Beitritte von Lufthansa, Telekom und Bundesdruckerei stehen noch unter dem Vorbehalt der Freigabe durch die zuständigen Kartellbehörden. mas
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