Damenunterwäsche Amazon führt eigenes Label Iris & Lilly mit Kampagne ein

Freitag, 08. Dezember 2017
Amazon trommelt für sein Dessous-Label
Amazon trommelt für sein Dessous-Label
© Amazon

Der US-Internetkonzern Amazon entwirft jetzt Damenunterwäsche: Seit einigen Tagen ist das firmeneigene Label Iris & Lilly am Start, wie Deutschland-Chef Ralf Kleber am Donnerstagabend in München berichtete. Das Thema Eigenmarke sei für viele Modefirmen alltäglich - "für uns ein großer Schritt".

Der Markenlaunch wird von einer Werbekampagne begleitet. Im Mittelpunkt steht dabei Mia Kang. Das Model, das auch als professionelle Muay Thai Kämpferin auzf sich aufmerksam gemacht hat, wurde dafür von der amerikanischen Fotografin Cass Bird in Szene gesetzt. "Mit der Kampagne, die die Bedeutung von wahrer Freundschaft betont und die Wichtigkeit von perfekter Unterwäsche hervorhebt, wollen wir zeigen, aus welchen Gründen sich Frauen für welche Lingerie entscheiden. Wir sind uns sicher, dass dieser frische, moderne Ansatz Amazon Fashion Kundinnen anspricht und überzeugt", sagt Sarah Miles, Brand Director von Iris & Lilly, zu der Kampagne. 

Amazon trommelt für sein Dessous-Label
Amazon trommelt für sein Dessous-Label (© Amazon)
Abgesehen von komplett in Eigenregie entwickelten Marken kooperiert Amazon nach im Fashiongeschäft auch mit Stars und Sternchen wie Sarah Jessica Parker und Sylvie Meis. Die US-Schauspielerin vertreibt auf Amazon eine Schuhkollektion unter eigenem Namen, das niederländische Ex-Model ebenfalls Unterwäsche.

Zudem macht Amazon jetzt von Deutschland aus dem chinesischen Internetriesen Alibaba Konkurrenz. "Ich war in Peking und habe den deutschen Laden in China gelauncht", berichtete Kleber. 6800 Marken, die auf der Amazon.de-Webseite vertreten seien, bieten nun auch im Reich der Mitte ihre Produkte online an.

Die skurril klingende Ankündigung hat einen handfesten wirtschaftlichen Hintergrund: Deutsche Marken von Aptamil-Babymilchpulver bis zu WMF-Kochtöpfen sind in China sehr beliebt. Alibaba bietet deutschen Firmen seit geraumer Zeit die Möglichkeit, über chinesische Onlineshops direkt in die Volksrepublik zu verkaufen. Nun zieht Amazon nach, bietet aber im Gegensatz zu Alibaba einen eigenen Lieferservice, der sehr schnell sein soll - in ganz eiligen Fällen "zwei bis sechs Tage", wie Kleber sagte.

Deutschland sei für Amazon "nach wie vor der wichtigste Markt außerhalb der USA." In den deutschen Versandzentren arbeiten nach Klebers Worten mittlerweile 14 500 Mitarbeiter in Festanstellung. Seit 2010 habe das Unternehmen mehr als acht Milliarden Euro in Deutschland investiert, sagte der Amazon-Manager. dpa

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