DVB-T2 FreenetTV schürt Ängste vor Empfangsverlust

Montag, 21. November 2016
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In knapp vier Monaten wird DVB-T abgeschaltet. Spätestens ab dem 29. März 2017 finden terrestrische Fernsehübertragungen nur noch per DVB-T2 statt. Die neue Werbekampagne des Unternehmens Media Broadcast zielt auf die Angst der Verbraucher, plötzlich keinen Fernsehempfang mehr zu haben. Dabei verschweigt das Unternehmen eine wichtige Neuerung - den Preis.
"Ihr TV-Bild ist bald weg. DVB-T wird abgeschaltet", heißt es in dem Spot auf einem flimmernden Schwarz-Weiß-Bildschirm, der offensichtlich keine Programme mehr empfängt. Das Signal ist gestört, ein Bild nicht mehr vorhanden. Die Problemlösung in diesem Fall: Der neue Übertragungsstandard DVB-T2. Glaubt man Media Broadcast, dann sollte die nötige Hardware möglichst frühzeitig angeschafft werden. Denn nur so können Verbraucher ohne Verzögerung oder Ausfall weiterhin fernsehen. Nicht nur ein schwarzer TV-Bildschirm wird zum Thema gemacht: Auch ein potentieller Engpass von entsprechenden DVB-T2-Geräten wie Receivern im Handel soll laut Media Broadcast angeblich vermieden werden.  "Mit unserer neuen Kampagne zeigen wir dem Verbraucher ganz klar den akuten Handlungsbedarf hinsichtlich neuer Hardware für den Empfang von Freenet TV via DVB-T2 HD auf", sagt Beate Hasenzahl, Head of Marketing für FreenetTV bei Media Broadcast. Für die bundesweite Kommunikation wurde die Hamburger Marken- und Designagentur Brandtouch als Leadagentur verpflichtet. Die Kampagne umfasst neben TV- und Hörfunkspots auch Print- und Out-of-Home-Motive, Online-Maßnahmen sowie Aktionen am Point of Sale. 

Wer sich für FreenetTV entscheidet, kann bis zu 20 private sowie 20 frei empfangbare Sender in High Definition (HD) sehen. Statt wie bisher mit "Costa Fast Garnix", sind im Spot zwei sporttreibende Männer zu sehen. Flankiert wird der Spot mit den Worten "Einfach.Besser.Fernsehen über DVB-T2 HD". Die Kampagne läuft bis Mitte Januar 2017.

Ob die Umstellung vom alten Standard auf die Nachfolgetechnologie wirklich so einfach ist, kann von Fall zu Fall variieren. So müssen sich potentielle Kunden rechtzeitig darüber informieren, ob ihr bisheriger Fernseher bereits DVB-T2 integriert hat, ob dieser über einen Slot für ein CI+ Modul verfügt oder ob gleich ein neuer HD-Receiver erworben werden muss. Zu den Kosten für ein neues Gerät wird in jedem Fall eine jährliche Gebühr für das neue, hochauflösende TV-Vergnügen verlangt: Stolze 69 Euro verlangt das Unternehmen pro Jahr für die Entschlüsselung von Programmen der RTL-Gruppe sowie Pro Sieben Sat 1. Bis auf den Preis für die Hardware war DVB-T bislang kostenfrei. Sowohl öffentlich-rechtliche Inhalte als auch private Sender waren frei in Standard Definition (SD) empfangbar. 

DVB-T2 (HD) wurde Ende Mai 2016 parallel zum auslaufenden DVB-T-Format in Deutschland eingeführt. Der neue Standard wirbt mit höherer Auflösung bei der Übertragung von Fernsehinhalten und einer größeren Auswahl. Öffentlich-rechtliche Sender bleiben weiterhin kostenfrei, private Programme müssen dagegen bezahlt werden. kn
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