DSM-Geschäftsführer Achten und Pommer "Wir müssen die Olympiamannschaft auch unterjährig stärker konturieren"

Donnerstag, 05. Mai 2016
Axel Achten (l.) und Jan Pommer im HORIZONT-Interview
Axel Achten (l.) und Jan Pommer im HORIZONT-Interview
Foto: Hans-Jürgen Herrmann für HORIZONT

Es dauert keine hundert Tage mehr, dann beginnen die Olympischen Spiele in Rio de Janeiro. Den Sponsoren der deutschen Olympiamannschaft Gelegenheit zur Präsentation zu geben, ist die Aufgabe der Deutschen Sportmarketing (DSM). Im HORIZONT-Interview geben die beiden Geschäftsführer Axel Achten und Jan Pommer einen Überblick über die Vermarktungsaktivitäten, das Deutsche Haus in Rio und ihre Bemühungen im Digitalen.

Der Frankfurter Olympia-Vermarkter wird seit September 2015 von einer Doppelspitze geführt. Damals rückte Pommer, der zuvor zehn Jahre lang Geschäftsführer der Basketball Bundesliga in Köln gewesen war, in die Führungsspitze der DSM auf. Achten kümmert sich seither um klassische Vermarktungsthemen, Pommer um Digital. Allerdings nur noch bis zum Ende dieses Jahres, dann soll Pommer Achten, der seit 1999 an der Spitze der DSM stand, ablösen und alleiniger DSM-Geschäftsführer werden. Neben ihrer Tätigkeit bei demselben Unternehmen haben beide noch etwas gemeinsam: Die Manager wurden beide bereits mit dem HORIZONT Sportbusiness Award ausgezeichnet, Achten im Jahre 2005, Pommer 2010.

Axel Achten und Jan Pommer über...

... das "Nein" der Hamburger zu Olympia 2024:
Axel Achten: Es gab keinen einzigen Grund, es war eine Mischung aus vielen Dingen: Skepsis, allgemeine Unsicherheit im Zusammenhang mit Großveranstaltungen, ungeklärte Finanzierung, et cetera.

Jan Pommer: Durch die Terroranschläge von Paris, die darauf folgende Länderspielabsage in Hannover und auch durch die Flüchtlingsdebatte ist damals schon einiges zusammengekommen. Dadurch stand der Sport leider nicht so im Vordergrund, wie wir uns das gewünscht hätten.

... das Deutsche Haus in Rio de Janeiro:
Pommer: Als wir nach einem passenden Gebäude gesucht haben, sind wir mehr oder weniger zufällig an dem Objekt vorbeigekommen. Das Haus bietet genau das, was Rio für uns vermitteln soll: Strand, Meer und die Nähe zum Olympic Village. Nach unserer Vorstellung soll das Deutsche Haus ein Treffpunkt, eine Kommunikationsplattform sowohl für Athleten und deren Familien als auch für unsere Medien- und Wirtschaftspartner sein. Also eine Sport-Botschaft mit familiärfreundschaftlicher und durchaus landestypischer Atmosphäre.

Achten: Unsere Strategie ist, möglichst nah an den Athleten zu sein. Wir werden das Deutsche Haus nicht zu einer touristischen Attraktion machen wie andere Nationen.
Das Deutsche Haus in Rio de Janeiro
Das Deutsche Haus in Rio de Janeiro (Bild: DSM/Picture Alliance/Peter Bauza)
... die Bedeutung digitaler Themen für die DSM: 
Pommer: Digital ist im heutigen Kommunikationsmix neben TV die wichtigste Kommunikationsplattform. Allerdings ändern sich die Dinge in der digitalen Welt wahnsinnig schnell, sodass man sehr aufmerksam und flexibel sein muss. Das ist kein Problem, sondern vielmehr eine riesige Chance, die sich uns eröffnet. Wir wollen und werden die digitale Aktivierung immer mitdenken. Deswegen achten wir bei neuen Mitarbeitern auch darauf, dass sie im Digitalen zu Hause sind und sich in der Welt von Facebook, Twitter und Snapchat parkettsicher bewegen.

Achten: Als wir etwa ab 2012 damit begonnen haben, immer stärker digital zu denken, hat die digitale Aktivierung in den Verträgen noch keine große Rolle gespielt. Da entstehen auch neue Rechte. Deswegen fixieren wir digitale Themen nun vertraglich, damit wir und unsere Sponsoren Maßnahmen in völlig anderem Umfang und mit höherer Wertigkeit gestalten können. Es ist allerdings nicht so, dass wir das den Unternehmen aufdrängen müssten, im Gegenteil.

Exklusiv für Abonnenten:

Das komplette Interview lesen HORIZONT-Abonnenten in der HORIZONT-Ausgabe 18/2016 vom 4. Mai, die auch auf  Tablets oder - nach einmaliger Registrierung - als E-Paper gelesen werden kann. Nicht-Abonnenten können hier ein HORIZONT-Abo abschließen.

... die Ziele der DSM im Digitalen:
Pommer: Wir wollen mit der Deutschen Olympiamannschaft und einzelnen Athleten ganzjährig Geschichten erzählen, die auch für unsere Partner interessant sind. Denn unsere Aufgabe beschränkt sich ja nicht nur auf die Großereignisse. Wir müssen die Deutsche Olympiamannschaft auch unterjährig stärker konturieren und dafür sorgen, dass die Menschen zwischen den Ereignissen den Athleten folgen. Jedenfalls deutlich mehr, als das bisher der Fall ist. Das gilt übrigens ausdrücklich für alle Spitzensportler aus Deutschland, also auch die Deutsche Paralympische Mannschaft. Mit digitalen Plattformen kann man das leisten. Über klassische Medien war das bislang nur schwer möglich.

... die Aktivierung der Olympia-Sponsorings:
Achten: Seit London 2012 haben wir die Form der Zusammenarbeit mit den Sponsoren sukzessive weiterentwickelt in eine Richtung, die sich stärker an konkreten Kommunikationsmaßnahmen orientiert. Uns ist wichtig, dass die Partnerschaften vor allem während der Spiele attraktiv umgesetzt werden. Gerade die digitalen Medien bieten dafür neue Kommunikationsmöglichkeiten, die wir noch stärker ausschöpfen wollen. Das ist ganz wichtig, um unsere Partnerschaften substanzieller und vor allem nachhaltiger zu gestalten.

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