DSGVO 87 Prozent der deutschen Unternehmen haben ihre Prozesse noch nicht angepasst

Donnerstag, 19. April 2018
Viele Unternehmen sind noch nicht gut auf die Datenschutzgrundverordnung vorbereitet
Viele Unternehmen sind noch nicht gut auf die Datenschutzgrundverordnung vorbereitet
© Fotolia / Tomasz Zajda
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Dsgvo Internetwirtschaft Absolit Torsten Schwarz


Bereits in der vergangenen Woche zeigte eine Studie des Eco-Verbands der Internetwirtschaft, dass 90 Prozent der deutschen Unternehmen nocht nicht für die am 25. Mai in Kraft tretende Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) gewappnet sind. Dieses Ergebnis bestätigt jetzt auch eine Erhebung des Beratungsunternehmens Absolit.
Von den befragten 606 Unternehmen aus zwölf Branchen geben nur 13 Prozent an, ihre Prozesse rund einen Monat vor Inkrafttreten der DSGVO an die neuen Regularien angepasst zu haben. Aber: Von diesen 71 Unternehmen erfüllen nur 30 auch wirklich alle Anforderungen der Verordnung. Während sich weitere 56 Prozent der Unternehmen mitten in der Prozessanpassung befinden, haben 27 Prozent noch gar nicht damit angefangen. In der Pharmabranche liegt dieser Wert mit 48 Prozent am höchsten. "Viele Unternehmen haben die Vorgaben der DSGVO bislang offenbar nur halbherzig umgesetzt", sagt Studienautor Torsten Schwarz. "Angesichts der kurzen Zeit, die bis zum 25. Mai noch verbleibt, gehört das Thema in der Agenda nun nach ganz oben." Laut Schwarz bleibt das DSGVO-konforme Profiling die größte Herausforderung für die deutschen Unternehmen. Im Zuge der Studie gaben nur 42 Prozent der Befragten an, die automatische Verarbeitung von personenbezogenen Daten entsprechend den Richtlinien angepasst zu haben. Selbst im Handel, wo das Erstellen von Nutzerprofilen oder Buyer-Personas gang und gäbe ist, erfüllen nur 55 Prozent die Anforderungen der DSGVO.
Absolit hat für die Studie insgesamt 606 deutsche Unternehmen befragt
Absolit hat für die Studie insgesamt 606 deutsche Unternehmen befragt (© Absolit)
Anders sieht es beim Beachten der Transparenzpflichten aus: 73 Prozent der Unternehmen spielen laut der Studie mit offenen Karten und klären den Kunden darüber auf, welche personenbezogenen Daten für welche Zwecke gesammelt werden. Zudem geben 92 Prozent an, in Zukunft mit einem Datenschutzbeauftragten arbeiten zu wollen. Dabei soll diese Aufgabe bei 57 Prozent der Unternehmen durch einen Mitarbeiter und bei 35 Prozent durch einen externen Dienstleister ausgeführt werden.

Im Rahmen der Umfrage wurden den Teilnehmern elf Fragen gestellt. 606 Marketing-Verantwortliche aus zwölf verschiedenen Branchen nutzten die Gelegenheit, an der Befragung teilzunehmen. Die Ergebnisse gibt es ebenso wie eine kostenlose Kurzversion als Download auf dsgvo-studie.dett
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