DMV-Studie Das Marketing muss raus aus der Komfortzone

Dienstag, 03. Juni 2014
DMV-Präsident Strauß: "Wir möchten Denkanstöße liefern und Diskussionen in Gang setzen"
DMV-Präsident Strauß: "Wir möchten Denkanstöße liefern und Diskussionen in Gang setzen"


Es ist nicht unbedingt eine klassische Analyse. Eher ein Think Tank zur Zukunft der Marketingorganisation. Dennoch ist ein Ergebnis ernüchternd: Nur 23 Prozent der Umfrageteilnehmer glauben, dass ihre Marketingorganisation in der aktuellen Form gut für die Zukunft aufgestellt ist. Das ist eine der zentralen Aussagen aus einer Studie des Deutsche Marketing-Verbands (DMV) und Bathen-Jelden.
Die 7 Schritte zur Neuausrichtung des Marketings (Grafik: DMV; zum Vergrößern bitte klicken)
Die 7 Schritte zur Neuausrichtung des Marketings (Grafik: DMV; zum Vergrößern bitte klicken)
Gemeinsam mit den Hamburger Zukunftsforschern und Organisationsentwicklern Bathen-Jelden geht der DMV in der Studie der Frage nach, wie sich das Marketing künftig aufstellen muss. Die zunehmende Digitalisierung, das Aufkommen neuer Wettbewerber und die Vernetzung der Arbeitswelt stellen das Marketing vor immer neue Herausforderungen. Mit den bisherigen Arbeitsweisen und Strukturen werden diese nicht zu bewältigen sein. "Patentrezepte gibt es nicht von uns, wir möchten Denkanstöße liefern und Diskussionen in Gang setzen", sagt DMV-Präsident Ralf Strauß zur Motivation der Studie.

Das Problem: Organisationsveränderungen passieren nicht von heute auf morgen. "Dafür muss jeder stückweise auch seine Komfortzone verlassen", sagt Strauß. Dabei muss aber niemand sein bisheriges Wissen über Bord werfen. Wer im Marketing arbeitet, braucht nach Meinung der Studienteilnehmer auch künftig fundiertes Marketing-Know-How (48 Prozent) sowie Kunden- und Marktwissen (24 Prozent). Hinzu kommen aber auch Lernbereitschaft und Offenheit Neuem gegenüber (28 Prozent), Querdenken (27 Prozent) und eine Vernetzungskompetenz (41 Prozent). "Beweglichkeit im Kopf und Denken ist gefragt", sagt Studienautor Dirk Bathen. Warum das wichtig ist ist? 90 Prozent der befragten Unternehmensvertreter erwarten, dass Marketing im digitalen Wandeln intern an Bedeutung gewinnt oder die Relevanz der Abteilung stabil bleibt.

Das klingt nach einer starken Stellung des Marketings. Doch blickt man tiefer in die Ergebnisse fällt auf, dass gerade mal 14 Prozent glauben, dass der CMO die Neuausrichtung vorantreiben kann. Auch den CEO sehen gerade mal 20 Prozent als Treiber. Stattdessen glauben 24 Prozent, dass junge Talente den Wandel in den Organisationen verantreiben werden. "Wir sind als Berufsverband des Marketing Managements gefragt, Orientierung zu geben", sagt Strauß. Daher hat der Verband sieben Schritte für die Neuausrichtung erarbeitet (siehe Grafik).

Für die Studie haben DMV und Bathen-Jelden über 800 Entscheider aus dem Marketingumfeld befragt, 40 Einzelinterviews geführt und sechs Unternehmenspartner (E-Plus Gruppe, Görtz, ING-Diba, Postbank, T-Systems und Yello Strom) beteiligt. mir
Meist gelesen
stats