Crowdfunding-Projekt Max-Morlock-Stadion "Wir wollen die Consorsbank als Ermöglicher bekannt machen"

Dienstag, 02. Mai 2017
Consorsbank-Marketerin Konelija Klisanic
Consorsbank-Marketerin Konelija Klisanic
© Consorsbank

In Nürnberg läuft derzeit ein spannendes Crowdfunding-Projekt: Fans des 1. FC Nürnberg sammeln derzeit Geld dafür, um die Heimspielstätte des Clubs nach der Nürnberger Vereins-Legende Max Morlock benennen zu können. Hinter der Aktion steht die Consorsbank - die eigentlich die Namensrechte an dem Stadion besitzt. Was das Unternehmen mit der Kampagne bezweckt - und wie das Crowdfunding-Ziel erreicht werden soll, erklärt Konelija Klisanic, Director Acquisition & Brand Marketing bei der Consorsbank, gegenüber HORIZONT Online.
Die Consorsbank hatte das Namensrecht am Nürnberger Fußballstadion Anfang des Jahres gekauft, nachdem der Vertrag der Stadionbetreibergesellschaft mit Grunding Mitte 2016 ausgelaufen war. Offiziell heißt die Heimspielstätte des fränkischen Zweitligisten nun "Stadion Nürnberg". In der Fanszene und auch bei wirtschaftlichen Förderern sowie den Stadtoberen träumt man jedoch davon, das Stadion nach der Nürnberger Vereinslegende Max Morlock (1925 - 1994) zu benennen. Was bislang fehlte, war die Unterstützung eines großen Unternehmens.
Die Consorsbank will den Fans ihren Wunsch zur kommenden Bundesliga-Saison erfüllen und verzichtet darauf, das Stadion nach dem eigenen Unternehmen zu bennen. In Zeiten von millionenschweren Naming-Right-Deals für Fußballstadien ein ungewöhnlicher und durchaus mutiger Schritt. Die Kosten für das Namensrecht sowie die Umbaumaßnahmen belaufen sich auf insgesamt 3,2 Millionen Euro. Drei Viertel davon trägt die Consorsbank, die restlichen 800.000 Euro sollen per Crowdfunding eingesammelt werden. Am 31. März fiel auf der Plattform Startnext offiziell der Startschuss für das Crowdfunding, Schlusspfiff ist am 14. Mai.
Der aktuelle Stand zeigt: Das Projekt wackelt. Etwas mehr als 20 Prozent der Crowdfunding-Summe haben die knapp 2500 Unterstützer bislang gespendet. Konelija Klisanic, Director Acquisition & Brand Marketing bei der Consorsbank, glaubt aber nach wie vor fest daran, dass die Fans ihr Max-Morlock-Stadion bekommen. Die Fragen von HORIZONT Online hat sie schriftlich beantwortet.

Von den benötigten 800.000 Euro sind aktuell gerade einmal etwas mehr als 180.000 zusammengekommen. Wie optimistisch sind Sie, dass das Ziel noch erreicht wird?
Gerade war Halbzeit-Pfiff in unserer Funding-Aktion. Über 2.700 Unterstützer haben bereits über 180.000 Euro gesammelt. Das ist viel Geld und ein enormes Engagement für so eine neuartige Aktion. Wir sind derzeit mit unserem Consorsbank-Fanbus viel in der Region unterwegs und stellen weiter großes Interesse und viel Zustimmung fest. Deshalb sind wir zuversichtlich, dass es in den nächsten Wochen noch einmal einen Schub gibt, und sich die Summe deutlich steigern wird. Ich bin davon überzeugt, dass viele Fans kurz vor Spielende noch ihren Beitrag zur Verwirklichung des Traums "Max-Morlock-Stadion" leisten werden. Wir als Consorsbank setzen uns jedenfalls stark für die Sache ein, diesen Wunsch zu ermöglichen und tun weiter unser Bestes das Ziel zu erreichen.

Was passiert, falls kurz vor Ende des Projekts noch ein großer Betrag fehlt: Werden Sie dann gezielt Groß-Spender ansprechen?
Wir sind bereits mit einigen potentiellen und interessierten Groß-Spendern in Kontakt. Die ersten Unternehmen sind bereits mit an Bord. Andere warten ab und üben sich noch in Zurückhaltung. Und ja, die Intention der Kampagne liegt ja gerade darin, dieses Ziel auch gemeinsam mit anderen Unternehmen und den Menschen aus der Region zu erreichen. Und wir vertrauen zudem darauf, dass viele Fans bis zum 14. Mai noch aktiv werden.
Allianz Arena
© Philips

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Misst sich der Erfolg des Projekts aus Ihrer Sicht allein am Spenden-Volumen? Welche Faktoren sind ebenfalls wichtig?
Sicherlich ist das Funding-Volumen ein Gradmesser in der Öffentlichkeit. Daneben haben wir für diese Aktion heute schon sehr viel positiven Zuspruch. Das zeigen die sehr hohen Reichweiten und auch der große mediale Zuspruch. Mit der Kampagne gehen wir inhaltlich und formal ganz neue Wege. Genauso wichtig wie das Volumen des Crowdfundings sind für uns aber auch das Wohlwollen, das wir in der Region für unser Projekt spüren. Wir wollen die Consorsbank als "Ermöglicher" bekannt machen.

Warum wäre ein Erfolg des Crowdfundings aus Ihrer Sicht wertvoller, als wenn das Stadion den Namen der Consorsbank trägt?
Von Beginn an war es nicht unsere Intention, das Stadion "Consorsbank Stadion" zu nennen. Wir möchten uns für die Region engagieren – dort, wo wir unsere Wurzeln haben. Gepaart mit unserer Idee für ein innovatives und mutiges Konzept haben wir uns für diesen neuartigen Schritt entschieden. Wir sind auch überzeugt, dass unser Mut mit diesem Projekt, unabhängig vom Erreichen des Funding-Ziels, am Ende einen sehr positiven Effekt auf unsere Marke und unser Unternehmen hat. Wir spüren jeden Tag der Aktion diesen Motivationsschub. Bei uns selbst und den vielen Reaktionen von Jung und Alt.

Wenn das Crowdfunding von Erfolg gekrönt sein sollte: Wie würde die Consorsbank das Thema "Max-Morlock-Stadion" kommunikativ weiter nutzen?
Wir möchten mit diesem Projekt den Fans helfen, ihren Wunsch zu erfüllen. Wir haben nicht vor, den Namen ihres Idols weiter für Kommunikationszwecke zu nutzen. Im hoffentlich künftigen Max-Morlock-Stadion soll der Geist des Idols lebendig bleiben – und dem 1. FCN mit seiner Fanpower ganz schnell wieder zum Aufstieg in die 1. Liga beflügeln.
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