Creating the New Adidas konkretisiert Wachstumspläne

Mittwoch, 24. Juni 2015
Die Adidas-Konzernzentrale in Herzogenaurach
Die Adidas-Konzernzentrale in Herzogenaurach
Foto: Adidas

Nach zuletzt durchwachsenen Ergebnissen will Adidas deutlich dynamischer werden. Die Wachstumsstrategie "Creating the New" wurde bereits vorgestellt. Nun hat der Sportartikler seine Pläne auf einer Investorenkonferenz noch einmal konkretisiert. Besonders in den Schlüsselbereichen Fußball, Originals und Running strebt Adidas ehrgeizige Ziele an. In den ersten beiden lautet das Ziel: Marktführerschaft in allen Märkten bis 2020.
Im Fußballgeschäft will Adidas in den kommenden fünf Jahren währungsbereinigt durchschnittlich im mittleren einstelligen Bereich pro Jahr wachsen - also schneller als der Markt. Zwar hat Adidas in diesem Bereich mit einem Gesamtumsatz von 2 Milliarden Euro im vergangenen Jahr insgesamt die Nase vorne. Im wichtigen Geschäft mit Fußballschuhen liefern sich die Herzogenauracher aber ein Kopf-an-Kopf-Rennen mit dem großen Rivalen Nike. Adidas versucht nun, mit einer überarbeiteten Produktpalette dagegenzuhalten. Bereits zum Champions-League-Finale wurden die neuen Fußballschuh-Generationen "X" und "ACE" vorgestellt, die die bisherigen Modellreihen F50, Predator, 11pro und Nitrocharge ablösen. Des Weiteren gehört ein neues Store-Konzept zur Strategie. So will Adidas in wichtigen Städten "gezielt Anlaufstellen für Fußball mit erstklassiger Produktpräsentation am Point-of-Sale schaffen, um mit Spielern aller Art in Verbindung zu treten." Bei der Entwicklung neuer Produkte will Adidas wie angekündigt mit einem Netzwerk aus Influencern zusammenarbeiten, um besser mit den Konsumenten interagieren zu können.

Adidas-CEO Herbert Hainer stellt den Strategieplan "Creating the New" vor
Bild: Adidas

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Für Adidas Originals erwartet der Konzern bis 2020 ein währungsbereinigtes Umsatzwachstum von 50 Prozent. Eine tragende Rolle kommt auch hier dem Geschäft mit Schuhen um die Sneaker-Familien Stan Smith, Superstar, ZX Flux und Tubular zu. Diese sollen bis 2018 eine Großteil des Umsatzes von Adidas Originals im Schuhsegment erzielen. Dabei helfen soll der Ausbau von Handelskooperationen und des eigenen Einzelhandelsgeschäfts. Zudem will Adidas Originals-Flagshipstores in über 30 Städten weltweit errichten, um die Zielgruppe besser zu erreichen.

Im Running-Bereich lautet das Ziel, "deutliche Marktanteile hinzuzugewinnen" und den Umsatz währungsbereinigt zu verdoppeln. Ein besonderes Augenmerk liegt dabei auf dem nordamerikanischen Markt, auf dem Adidas zuletzt stark unter Druck stand. Beim Geschäft mit Sportartikeln ist Nike weit enteilt, und Under Armour konnte Adidas überholen.

Jocelyn Robiot Adidas
Bild: Unternehmen

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Zumindest bei den Laufbegeisterten in den USA will Herzogenaurach künftig besser dastehen. Dazu hat der Konzern das Konzept des "Energy Running" erfunden, das die Läufer mit passenden Produkten ausstatten und gleichzeitig den Community-Gedanken befeuern soll. Neben der Errichtung zweier Creation Hubs will Adidas der bestehenden "Runbase" in der Marathonstadt Boston zwei weitere Filialen in Los Angeles und New York hinzufügen. Diese Stores richten sich an dort lebende Läufer und ihre Bedürfnisse.

Der Grund für das Wachstumsprogramm war das schwache Jahr 2014, in dem der Gewinn von Adidas - trotz erfolgreicher Fußball-WM - um 22 Prozent auf 642 Millionen Euro zurückging. Verantwortlich dafür waren hauptsächlich die schwächelnde Golfsparte und das aufgrund der Krise in der Ukraine volatile Geschäft in Russland. Für dieses Jahr rechnet Adidas damit, dass der Konzerngewinn aus den fortgeführten Geschäftsbereichen um 7 bis 10 Prozent steigt. ire
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