Dmexco 2014 BVDW liefert Definition von Content Marketing

Freitag, 05. September 2014
Die Geburt von Content Marketing: Red Bull Stratos
Die Geburt von Content Marketing: Red Bull Stratos
Foto: Red Bull

Seit Felix Baumgartner im Oktober 2012 für Red Bull vom Himmel fiel, reden alle von Content Marketing – was damit eigentlich gemeint ist, weiß keiner so genau. Relevante Inhalte, die nach dem Pull-Prinzip ohne Mediaspendings über Owned- und Earned-Media-Kanäle der Werbungtreibenden verbreitet werden: So viel Konsens besteht in etwa. Pünktlich zur Dmexco präsentiert nun der Bundesverband Digitale Wirtschaft (BVDW) erstmals eine CM-Definition, die explizit Paid Media als Distributionskanäle einbezieht.

Die Hochzeit der Phase, in der sich relevanter Content quasi kostenlos über Earned und Owned-Kanäle der Werbungtreibenden verbreite, sei vorbei. "Die Kunst wird künftig sein, nicht nur relevanten Content zu erstellen, sondern diesen auch bestmöglich zu verbreiten", so Stefan Fischer, Business Development Manager bei Define Media und Gründungsmitglied im CM-Lab des BVDW.

Aus Sicht des Düsseldorfer Verbands ist das neue Modell natürlich sinnvoll. Es bezieht sich ausschließlich auf Digital, lenkt den Blick von den Inhalten stärker auf die Kanäle – und pusht damit unter dem Stichwort "Native Advertising" vor allem die Vermarktung neuer digitaler Werbeformate. Dazu passt gut, dass auf dem "Content Summit" der Dmexco neben Vice-Media-Chef Andrew Creighton und HuffPo-CEO Jimmy Maymann auch Stan Sugarman, Chief Digital Officer G+J Deutschland und Chief Sales Officer G+J Media Sales EMS, reden wird. Sugarman macht sich seit Jahren für Native Advertising stark und hält es für einen zentralen Baustein des Content Marketing. Er sagt: "Das Erfolgsgeheimnis von gut gemachtem Content Marketing liegt darin, dass es passend zur jeweiligen Marke und deren Zielgruppe individuell entwickelt wird. Dazu gilt es, die passenden Bausteine auszuwählen."

Ob aber das neue BVDW-Modell in seiner Breite nach dem Motto „keinem Verbandsmitglied wehtun“ auch hilft, für die Werbungtreibenden mehr Klarheit in die CM-Debatte zu bringen, darf zumindest infrage gestellt werden. Schließlich subsummiert der BVDW unter seinem Modell im Grunde alles, was moderne digitale Kommunikation heute so hergibt. Selbst Mitautor Fischer räumt ein: "Wir befinden uns in einem sehr komplexen Prozess. Das jetzt vorliegende Modell ist ein wichtiger Schritt nach vorn, weil es für uns eine sehr gute Grundlage ist, um das Thema künftig noch weiter in die Tiefe durchzudeklinieren."

Den gesamten Artikel lesen Sie in HORIZONT Ausgabe 36/2014.

Content Marketing, wie der BVDW es definiert

Definition:

Ziel des Content Marketing (CM) ist die Positionierung einer Firma oder Marke als Experte in ihrem Fachgebiet durch Bereitstellung von relevanten Informationen. In der operativen Umsetzung umfasst CM Planung und Erschaffung zielgruppenrelevanter Inhalte sowie deren strukturierte Verbreitung über verschiedene Kanäle.

Distributionskanäle:

Native Advertising (NA): NA ist eine Form der bezahlten Onlinewerbung, die sich optisch und funktionalandieInhaltederAusspielseiteanpasst. (Paid Media, auch Sponsored Posts in Social Media)

Inbound Marketing (IM): IM stellt den Nutzer und seinen Inhaltebedarf in den Mittelpunkt. Hier spielen Kanäle der Contentsuche und -beschaffung eine elementare Rolle. (Earned und Owned Media)

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