Claus Hipp Warum Ehrbarkeit nicht durch Werbung entsteht

Freitag, 29. November 2013
Claus Hipp
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Claus Hipp Ehrbarkeit Deutscher Marketing-Tag


Er war einer der Höhepunkte beim gestrigen 40. Deutschen Marketing-Tag: Claus Hipp. Der Firmenchef des Pfaffenhofeners Babykost-Herstellers referiert gut 30 Minuten ohne Powerpoint-Charts und Marketing-Buzz-Wörter. Das Auditorium hing dennoch an seinen Lippen. Oder gerade deshalb. Nein, Claus Hipp braucht keine großen Showeffekte für seine Botschaften. Der Unternehmer spricht ruhig und bedächtig. Nur manchmal hebt er seine Stimme. Dann, wenn ihm etwas besonders wichtig ist. Etwa wenn es um die Skandalisierung in der Medienwelt geht. "Heute steht es in der Zeitung. Morgen wird darin der Fisch eingewickelt", sagt Hipp. Dass auch Hipp immer wieder attackiert wird, gehört für ihn zum Geschäft. "Nur gute Marken werden angegriffen". Doch wenn diese zu Unrecht erfolgen, wird sich sein Haus immer wieder wehren.

Der promovierte Jurist spricht über "Ethik im Wirtschaftsleben - hohe Wertschöpfung durch Verantwortung für Gesellschaft und Umwelt". Es sind die Grundzüge seiner Unternehmensführung, die seine Firma zu einer Marke gemacht haben. Hipp verzichtet auf Folien, auf bunte Bilder und vor allem verzichtet er auf die sonst bei Kongressen so üblichen Floskeln von "Content" oder "Emotionalisierung der Marke". "Ehrbarkeit wird nicht durch Werbung ausgedrückt", sagt Hipp. "Sondern durch Taten." Soll heißen: Nicht immer muss man jedes Geschäft machen, manchmal ist es besser, darauf zu verzichten, weil das dem Unternehmen, dem Ansehen und den Mitarbeitern am Ende viel mehr nützt. Gerade deshalb hat Hipp seinem Unternehmen eine Ethik-Charta gegeben, die Grundlage für einen fairen Umgang mit Kunden, Mitarbeitern, Zulieferern. Ihm geht es um Glaubwürdigkeit, nicht um schnelle Effekte. Es ist seine Art des Marketings und des Markenaufbaus.

Heute ist Hipp bei der Marktführer bei Baby- und Kindernahrung. Sein Umsatz lag im vergangenen Jahr bei 600 Millionen Euro Umsatz. Dass er dafür auch mit seiner Person in der Kommunikation steht, ist allerdings eher Zufall. "Selbst in der Werbung aufzutreten war nicht meine Idee, sondern die der Agentur." mir
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