CeBIT-Chef Oliver Frese im Interview "Digitalisierung der Wirtschaft steht ganz oben auf der Agenda"

Montag, 16. März 2015
CeBIT-Chef Oliver Frese, Vorstand der Deutschen Messe
CeBIT-Chef Oliver Frese, Vorstand der Deutschen Messe
Foto: Deutsche Messe

Heute startet in Hannover die IT-Messe CeBIT in ihre 30. Auflage - gemessen an Besucher- und Ausstellerzahlen ist sie nach wie vor die größte IT-Messe weltweit. Während spektakuläre Produktpräsentationen heute aber eher bei der CES in Las Vegas oder beim Mobile World Congress in Barcelona stattfinden, konzentriert sich die CeBIT verstärkt auf Business-Themen. Welche Schwerpunkte 2015 gesetzt werden, erklärt Deutsche-Messe-Vorstand Oliver Frese im HORIZONT-Interview.

Big Data, Mobile, Digitale Transformation - diese Schlagworte bewegen die Branche schon seit einiger Zeit. Was unterscheidet die Themen bei der CeBIT 2015 von denen der Vorjahre? In diesem Jahr steht die Digitalisierung der Wirtschaft und der Gesellschaft ganz oben auf der Agenda. Deshalb haben wir auch den Begriff "D!conomy" zum Topthema der CeBIT 2015 erklärt. Die wesentlichen Trends der Digitalisierung, Big Data, Cloud, Social und Mobile, verzahnen sich jetzt und entwickeln eine unglaubliche Dynamik - in allen Bereichen von Wirtschaft und Gesellschaft. Die Digitalisierung hat ja in vielen Wirtschaftsbereichen und Unternehmensdisziplinen etwas stark disruptives. Denken Sie nur an das Marketing. Mit den richtigen Analyse-Instrumenten, basierend auf Big-Data-Software, können Marketing-Entscheider sehr viel näher an ihre Kunden heranrücken.

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China ist 2015 das CeBIT-Partnerland - wieso fiel die Wahl in diesem Jahr auf das Reich der Mitte? Für die Wahl des Partnerlandes gibt es mehrere Gründe: China ist der wichtigste Handelspartner Deutschlands in Asien. Deutschland ist Chinas bedeutendster Handelspartner in der EU. China ist nach den USA der zweitgrößte IT-Markt weltweit. Und die CeBIT wird Auftakt der deutsch-chinesischen Innovationspartnerschaft sein, die beide Regierungen beschlossen haben. Hinzu kommt, dass sich Chinas Rolle in der globalen IT-Wirtschaft erheblich verändert hat - von der verlängerten Werkbank zum globalen IT-Lösungsanbieter. Jede zweites Unternehmen, das aktuell in China gegründet wird, entsteht im digitalen Umfeld. Das Land investiert 2 Prozent des Bruttoinlandsprodukts in Forschung und Entwicklung und legt auch dort einen Schwerpunkt auf IT. Das wird auch auf der CeBIT spürbar sein, denn mit mehr als 600 Ausstellern ist China das stärkste Partnerland aller Zeiten. Mit den Interviewpartnern Glenn Greenwald und Edward Snowdon per Live-Schalte ist der CeBIT ein Coup gelungen - auch aus journalistischer Sicht. Wie schwierig war es, die beiden von einem Auftritt zu überzeugen? Wir haben Glenn Greenwald persönlich angesprochen, als er vor einiger Zeit in Deutschland aus seinem Buch gelesen hat. Wir haben ihm das Konzept der CeBIT Global Conferences dargelegt und er war sofort begeistert, die Themen von Datenschutz und Privatheit auf der weltweit wichtigsten Business-Veranstaltung der digitalen Wirtschaft zur Sprache zu bringen. In der Vorbereitung mit ihm kam dann auch die Frage auf, ob wir Snowden nicht auch live dazu schalten können. Und dass das so klappen wird, finden wir sehr spannend. fam

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