CWS-Viralkampagne Der Whistleblower aus der Handtuchrolle

Donnerstag, 13. Februar 2014
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Hoppla: CWS-boco nutzt die NSA-Abhöraffäre für eine Viral-Kampagne. Der Film, den der Hygienespezialist derzeit durch das Netz schickt, steht unter dem Claim "For a cleaner world". Das ist mutig. Werbung mit der NSA-Affäre als Hintergrund, trauen sich nur wenige zu.
Bisher stehen die CWS-Handtuchhalter in den Toiletten eigentlich für trockene Hände, Reinheit und Sauberkeit. Doch das könnte sich in den nächsten Tagen ändern. Denn, so erzählt die Geschichte, wenn man weiß, wie sich die Handtücher in dem Behälter aufrollen, kann man das System nutzen, um wertvolle Dokumente aus einem Hochsicherheitstrakt herauszuschmuggeln. Oh ha. Die Idee ist einfach und könnte vielleicht sogar in der Realität funktionieren. Oder Geheimdienstorganisationen zumindest dazu bringen, mal öfters ihre Handtuchhalter in den Waschräumen zu kontrollieren.

Doch eigentlich will die Kampagne etwas ganz anderes: das 60-jährige Bestehen der Marke einläuten. Enzo Lagrasta bemüht sich daher auch keine Missverständnisse aufkommen lassen: "CWS möchte keine politische Aussage treffen, sondern vielmehr ein aktuelles Thema aufgreifen, um mit einem spannenden Viralspot auch die Personen zu erreichen, bei denen die Marke CWS nur im Unterbewusstsein stattfindet - nämlich wenn sie die Geräte in öffentlichen Waschräumen nutzen", sagt der Leiter Produktmanagement bei der CWS-boco Deutschland. "Ziel ist es, die Marke so zu präsentieren, wie sie tatsächlich ist: modern und innovativ."

Baxter & Baxter Werbeagentur in Frankfurt ist für die Idee und die Umsetzung verantwortlich. Regie führt Simon Hebler. Produkziert hat den Whistlerblower im Handtuchhalter Fred Schubert in Zusammenarbeit die Group.IE in Frankfurt. Wie das Netz auf den Spot reagiert, werden die nächsten Tage zeigen. Eines dürfte das Surfen auf der NSA-Entrüstungswelle der Marke aber in jedem Fall bringen: jede Menge Aufmerksamkeit für ein ziemlich trockenes Produkt. mir
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