"CR7" Das absurde Werbe-Gebaren von Cristiano Ronaldo

Mittwoch, 10. August 2016
CR7 macht jetzt auch in Kuscheldecken.
CR7 macht jetzt auch in Kuscheldecken.
Foto: Twitter/ Cristiano Ronaldo
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Keine Frage: Cristiano Ronaldo bedient derzeit die wohl größte Werbemaschinerie des Fußballs. Der Portugiese arbeitete nicht nur mit großen Namen wie Nike, Samsung, Calvin Klein oder Emirates zusammen, sondern setzt sich als "CR7" auch seit vielen Jahren selbst als Marke in Szene. In letzter Zeit jedoch treibt das Werbe-Gebaren von Cristiano Ronaldo seltsame Blüten.
Die Bilder nach dem EM-Gruppenspiel von Portugal gegen Schweiz gingen vor ein paar Wochen um die Welt: Ein nervöser junger Mann flitzte nach Abpfiff des Spiels auf den Rasen, schnurstracks zu Cristiano Ronaldo, und bat um ein Selfie. Der Weltfußballer zögerte nicht lange und ließ den sichtlich aufgregten Fan ungewöhnlich lange gewähren. Hätte Ronaldo sein neues Produkt "CR7Selfie" nicht erst jetzt, sondern schon während der EM auf den Markt gebracht, hätte sich der junge Fan die eigentlich illegale Flitzer-Aktion durchaus sparen können. Der Weltfußballer launchte nämlich jüngst eine Smartphone-App, mit der Nutzer ein Selfie mit dem Portugiesen faken können. Alles was sie dafür tun müssen, ist ein Selfie von sich aufzunehmen und in der App den gewünschten Ronaldo - mal bekleidet, mal unbekleidet - in das Foto hineinzumontieren. Zack, fertig, Ronaldo-Selfie.
Klingt wie ein lustiger Spaß, ist aber eine von zuletzt vielen eher peinlichen Selbstvermarktungs-Versuchen von "CR7". Der Fußballer macht nämlich nicht nur in Selfie-Apps, sondern neuerdings auch in Kuscheldecken: Auf Twitter kündigte er vor wenigen Tagen an, nun Teil des "Elite-Teams" zu sein. Gemeint war nicht eine Fußball-Weltauswahl (in der er ohnehin einen Platz sicher hätte), sondern der Distributionspartner seiner "sehr bequemen" Stoffdecken. Im Bett mit Ronaldo - für viele Damen geht wohl ein Traum in Erfüllung (siehe Video unten). Gebrandet sind die Decken natürlich mit "CR7" und zeigen auf der Rückseite die Silhouette seiner bekannten breitbeinigen Freistoß-Pose. Auf dem Kurznachrichtendienst präsentierte sich Ronaldo mit einem schwarz-pinken Modell.
Die Liste an zuletzt kuriosen Werbe-Aktionen mit "CR7" lässt sich weiter fortsetzen. Vor zwei Jahren ging etwa die goldene Himbeere für die misslungenste Fußballerwerbung ohne Zweifel an ihn, als er das neue Gesicht des japanischen Kosmetikunternehmens MTG und als solches Protagonist in einer TV-Werbung für ein - Achtung! - Gesichtsfitnessgerät war. Ronaldo darf in dem Fremdschäm-Spot (siehe unten) im Freizeitlook mit dem Ball jonglieren - eine Sache, die er ohne Zweifel hervorragend beherrscht. Dann aber kommt das "Facial Fitness Pao" ins Spiel, ein Gerät, das man sich zwischen die Lippen klemmt und damit die Gesichtsmuskeln trainiert. So soll das Lächeln gestrafft werden.
Der Weltfußballer gibt seinen Namen zudem für eine eigene Modelinie (unter anderem Unterwäsche), Parfüms und zuletzt gar für eine eigene Hotelkette her, die er unter dem Namen CR7 aufzieht. Der Star von Real Madrid will insgesamt 37 Millionen Euro in die portugiesische Pestana Group investieren und insgesamt an vier Standorten Häuser eröffnen: in Funchal auf seiner portugiesischen Heimatinsel Madeira, in Lissabon, wo seine Profikarriere begann, in Madrid, wo er derzeit spielt, und in New York. 2017 werden sie alle eröffnet. Auf den ersten Blick keine absurde Selbstvermarktung, aber in Zeiten kriselnder Hotel-Unternehmen und aufstrebender Wettbewerber wie AirBnb sicherlich mehr als riskant.

Eines muss man Ronaldo lassen: Kein Zweiter beherrscht die Selbstvermarktung so gut wie er. Er versteht es, sich und seinen Körper als Kapital einzusetzen, trainiert und pflegt seinen Körper wie sonst keiner und schart mittlerweile laut "Adweek" stolze 230 Millionen Fans in seinen Social-Media-Kanälen um sich. Für Sport-Experten war der Portugiese laut einer Repucom-Auswertung vor etwa zwei Jahren nicht nur der weltweit bekannteste Fußballer, sondern auch der mit dem "größten Vermarktungspotenzial". Daran wird sich heute nicht viel geändert haben, immerhin darf sich "CR7" aktuell Champions-League-Sieger und Europameister nennen.

Doch ab und an nehmen seine Selbstvermarktungsversuche kuriose Züge an. Auch, wenn man seiner jüngsten Aktion, der "CR7Selfie"-App, durchaus etwas Positives abgewinnen kann: Ein Teil der Erlöse geht an die Organisation "Save The Children". ron
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