CMO Thomas Schönen im Video-Interview Warum Philips jetzt mit Health-Start-ups anbandelt

Dienstag, 09. Mai 2017
Thomas Schönen, CMO DACH bei Philips, im Video-Interview
Thomas Schönen, CMO DACH bei Philips, im Video-Interview
© HORIZONT

Der niederländische Mischkonzern Philips befindet sich in einer großen Umbauphase und konzentriert sich nun voll und ganz auf Medizintechnik. Die Unterhaltungselektronik wurde schon vor Jahren verkauft, die Lichttechnik 2016 abgespalten. Im Video-Interview mit HORIZONT Online und Turi2 am Rande des Digiday Brand Summits erzählt DACH-Marketingchef Thomas Schönen, wie der Wandel das Marketing beeinflusst - und warum Philips nun mit Start-ups anbandelt.
"Philips ist auf einer großen Reise", sagt Schönen. "Es ist eine Transformation hin zu einer Gesundheitsmarke." Und als solche muss sich Philips unter anderem dem Wettbewerb mit Branchengrößen wie Siemens stellen. Aber als Health-Tech-Unternehmen, als das sich die Niederländer nun verstehen, kämen neue Konkurrenten wie Apple und Google dazu. "Das stellt uns vor völlig neue Herausforderungen", so Schönen.
"Wir werden von einem Produkt- zu einem Lösungsanbieter. Und der Kitt der das alles zusammenhält ist Digitalisierung", sagt Schönen. 
Das hat auch Einfluss auf das Marketing. Zwar gibt Philips bereits 60 Prozent des Budgets für digitale Kommunikation aus, klassisches Marketing habe aber dennoch weiterhin seine Daseinsberechtigung. "Es kann gut sein, dass wir etwa im Bereich Sturzsicherung, wo es um ältere Zielgruppen geht, vielleicht eine klassische Print-Kampagne schalten."

Eine weitere Folge der Umbauphase: Philips sucht nun aktiv die Nähe von Start-ups, um auch intern den digitalen Spirit zu verankern und beispielsweise Arbeitsprozesse zu optimieren. Direkt im deutschen Philips-Headquarter in Hamburg-Fuhlsbüttel entsteht derzeit der "Health Innovation Port" - eine Art Start-up-Campus, auf dem den Gründern Büroräume zur Verfügung gestellt werden. Zusammen will man, so Schönen, an neuen digitalen Produkten im Gesundheitswesen arbeiten.

Start-ups aus der Gesundheitswirtschaft haben dann die Möglichkeit, vom Wissen zu profitieren, das auf dem Gelände der Philips-Deutschland-Zentrale konzentriert ist, wo über 2.000 Fachkräfte aus Forschung und Entwicklung, Marketing und Sales sowie weiteren Bereichen arbeiten. Vorrangiges Ziel ist es nicht, die Start-ups zu kaufen. Viel eher streben die Niederländer Kooperatione an, etwa wie mit Mercedes-Benz bei der Verknüpfung von Philips-Technik mit Autos. ron
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