CES 2017 Das sind die Visionen von BMW, Hyundai und Toyota

Donnerstag, 05. Januar 2017
BMWs i Inside Future zeigt das bislang futuristischste Design
BMWs i Inside Future zeigt das bislang futuristischste Design
© BMW

Der Hype um autonomes Fahren und Konnektivität zeigt Wirkung. Die Autobauer forcieren die Entwicklung von Innenraumkonzepten, die den Ansprüchen des vollvernetzten Fahrzeugs genügen. Kein Wunder, dass es die Automobilkonzerne immer stärker zur CES in Las Vegas, der weltweit größten Messe für Unterhaltungselektronik, zieht. Bereits vor dem Messeauftakt am heutigen Donnerstag präsentieren BMW, Hyundai und Toyota Konzeptfahrzeuge, die dank Vernetzung die Bedürfnisse des Fahrers kennen - und diese in den Mittelpunkt stellen.

Für den Premiumanbieter BMW entwickele sich laut Marketingleiterin Hildegard Wortmann die Bedeutung des Claims „Freude am Fahren“ zunehmend weg von dem, was unter der Motorhaube geschehe, hin zur ganzheitlichen Wahrnehmung des Fahrerlebnisses. Der Innenraum des Autos bekomme dabei einen neuen Stellenwert und wandle sich zum Lebensraum, weil die Zeit im Auto mit anderen Tätigkeiten als Autofahren intensiver genutzt werden könne.

Wie die Münchner sich das vorstellen, zeigt die Studie BMW i Inside Future, die als Vorbote des für 2021 geplanten BMW i5 gilt. Die Studie wartet mit neuartigen Sitzen und dem virtuellen Bedienkonzept Holoactive Touch auf, dessen frei im Raum schwebende Anzeige mit Fingergesten bedient wird, die mit Ultraschallwellen eine haptische Rückmeldung bekommen. Im Vordergrund steht aber auch hier die individuelle Anpassung an den jeweiligen Fahrer, die auch Stimmungen einbezieht und beispielsweise darauf abgestimmte Routenvorschläge erstellen kann.
Geht es nach Hyundai, könnte das Auto in Zukunft ein Teil der Wohnung sein
Geht es nach Hyundai, könnte das Auto in Zukunft ein Teil der Wohnung sein (Bild: Hyundai)
Noch einen Schritt weiter geht die „Mobility Vision“ von Hyundai: Hier wird das Fahrzeug sogar Bestandteil des Hauses beziehungsweises des Wohnraums, indem es an die Seitenwand angedockt wird - nicht zuletzt, um in dicht besiedelten urbanen Räumen Platz zu sparen. „Move while living, and live while moving“ umschreiben die Koreaner das Konzept des „Hyper connected Cars" auf Englisch, das auch in diesem Fall nur dank der umfassenden Vernetzung des Autos mit seiner Umwelt im Internet der Dinge realisierbar sein wird. Nicht zuletzt, um dabei die großen Herausforderungen im Umgang mit der Fülle an Daten und deren Sicherung bewältigen zu können, kooperiert Hyundai dabei seit April 2016 mit dem IT-Konzern Cisco.
Auch Toyota arbeitet an einen Concept-Car
Auch Toyota arbeitet an einen Concept-Car (Bild: Toyota)
Toyota vertraut bei seiner in Las Vegas vorgestellten Studie „Concept-i“ künstlicher Intelligenz (AI) und setzt einen Roboter zur Interaktion des Fahrers mit dem Fahrzeug ein. „Die entscheidende Frage ist nicht, ob die Fahrzeuge künftig technisch für Autonomes Fahren und Connectivity gerüstet sind, sondern wie die konkrete Erfahrung der Personen aussieht, die mit dem Fahrzeug umgehen“, sagt Bob Carter, Senior Vice President Automotive Operations von Toyota. Interessanterweise vertrauen die für ihre eher pragmatisch funktionalen und wenig emotionalen Fahrzeuge bekannten Japaner ausgerechnet auf die Fähigkeiten des AI-Agenten namens Yui, um „Kinetic Warmth“ zu erzeugen, also dem Fahrer ein Gefühl von Wärme, Willkommensein und Freude zu vermitteln. Yui zeige sich laut Toyota äußerst lernfähig dabei, die Vorlieben der Insassen zu erfassen und antizipieren. Die Interaktion erfolgt dabei über Sprache und Leuchtdioden. joz

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