Buyable Pins So will Pinterest zur Shopping-Plattform werden

Donnerstag, 02. Juli 2015
Pinterest-Nutzer in den USA können nun direkt aus der App einkaufen
Pinterest-Nutzer in den USA können nun direkt aus der App einkaufen
Foto: Pinterest
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Pinterest hat wie angekündigt seine Buyable Pins eingeführt - allerdings vorerst nur in den USA. Nutzer können damit auf dem iPhone oder iPad bestimmte Produkte direkt aus der App einkaufen. Welche, ist mit einem blauen "Buy it"-Button gekennzeichnet. Nach Angaben von Pinterest sollen in den kommenden Wochen 30 Millionen Buyable Pins sichtbar werden.
Zu sehen sind die blauen Buttons im Home-Screen, auf den Lieblingspinnwänden der Nutzer und in den Suchergebnissen. Wer etwa auf der Suche nach einer neuen Jacke ist, könne eine Suchanfrage stellen und dann die als kaufbar gezeigten Produkte durchstöbern, wie Pinterest in einem Blogbeitrag erklärt. Die Suchergebnisse lassen sich dabei nach Preisen filtern, interessante Pins können für später vorgemerkt werden. Zudem gibt Pinterest den Nutzern die Möglichkeit, sich inspirieren zu lassen: In der Rubrik Shop our Picks bekommt man ausgewählte Buyable Pins angezeigt.
Nach einem Tap auf den "Buy it"-Button kann mit Kreditkarte oder dem neuen Bezahldienst Apple Pay bezahlt werden - ohne die App zu verlassen. Die Anwendung merkt sich dabei die persönlichen Daten, sodass der Nutzer diese nicht immer neu eingeben muss. Laut Pinterest arbeite man derzeit daran, den Buy-Button auch auf Android sowie Nutzern außerhalb der USA zugänglich zu machen.

Pinterest kommt damit Twitter sowie Facebook zuvor, die beide bereits mit Buy-Buttons experimentieren - und es dabei ebenfalls schon zur Quasi-Marktreife gebracht haben. Ob daraus auch eine Erfolgsgeschichte wird, ist derzeit kaum abzusehen - dazu gibt es im Mobile-Bereich zu viele Unwägbarkeiten. So herrscht eine große Diskrepanz zwischen mobilen Suchvorgängen bei Händlern und tatsächlichen Käufen. Außerdem muss Pinterest sicherstellen, dass hinter jedem der 30 Millionen Buyable Pins ein auch tatsächlich verfügbares Produkt steht. Kaum etwas dürfte die Nutzerfahrung negativer beeinflussen als ein Kauf, der ohne Lieferung endet, weil es Lieferengpässe gibt.

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Bild: Screenshot Tumblr.com

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Nicht zuletzt wird Pinterest dafür sorgen müssen, eine Monetarisierungsstrategie für Buyable Pins zu entwickeln. Derzeit macht das Unternehmen das neue Feature nicht zu Geld: Wie ein Pinterest-Sprecher gegenüber HORIZONT Online erklärt, müssen Marken nicht bezahlen, damit ihre Buyable Pins sichtbar werden. Auch erhält Pinterest keine Provision für abgeschlossene Kaufvorgänge. Das einzige derzeit verfügbare Werbeprodukt von Pinterest sind Promoted Pins - diese sind allerdings nur in den USA verfügbar.

Unbestritten ist, dass Pinterest genau wie Facebook und Twitter das Potenzial bietet, mobile Commerce auf eine neue Stufe zu heben. Insgesamt sind laut Comscore monatlich mehr als 70 Millionen Nutzer auf Pinterest aktiv. Weltweit wuchs die Zahl der aktiven Nutzer im zweiten Halbjahr 2014 um 111 Prozent. Auf der Plattform gibt es 50 Milliarden Pins auf mehr als 1 Milliarde Pinnwänden. 80 Prozent des Traffics wird über mobile Geräte generiert. ire

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