Burger King Spot-Premiere Andreas Borks historischer Kotau vor den Gästen

Dienstag, 20. Mai 2014
Burger-King-Manager Andreas Bork entschuldigt sich für den Ekel-Skandal
Burger-King-Manager Andreas Bork entschuldigt sich für den Ekel-Skandal

Öffentliche Entschuldigungen kennt man eigentlich nur von asiatischen Managern. Um so bemerkenswerter ist, dass Andreas Bork, Chef von Burger King Deutschland, heute Abend genau das tut. Und zwar nicht schön vornehm per Presseerklärung, sondern vor der Kamera zur besten Sendezeit auf Pro Sieben. Der historische Kotau ist der wohl letzte Versuch von Burger King, die durch die RTL-Reportage des "Teams Wallraff" angeekelten Gäste wieder zurückzugewinnen. HORIZONT.NET zeigt den Spot exklusiv vorab. Neben schnellen und sehr umfassenden Maßnahmen gegen die aufgedeckten Missstände hat Burger King auch schon eine Print-Kampagne mit den eigenen Franchisenehmern gestartet, um die aufgeregten Gäste zu beruhigen. Genutzt hat es wohl wenig. Laut einer aktuellen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Yougov würden derzeit nur 15 Prozent aller potenziellen Kunden ein Restaurant der Kette aufsuchen.

Burger King wird dabei zum Verhängnis, dass die Marke in ihrer von Heimat kreierten Kampagne die Qualität der Zubereitung seiner Produkte stets besonders stark hervorgehoben hatte. Darüber hinaus zeigt sich erneut, dass Skandale für Unternehmen besonders schädlich sind, wenn sie unmittelbar die Qualität von konsumierbaren Produkten betrifft. Die Aufregung um die RTL-Reportage rund um Misstände beim E-Commerce-Händler Zalando verebbte schnell. Denn hier betrafen die schweren Vorwürfe die Arbeitsbedingungen von Zalando-Mitarbeitern, mit denen die Kunden keinen Kontakt haben. Burger King dagegen, wo in den Restaurants eines Franchisenehmers ekelerregende Praktiken mit den Lebensmitteln üblich waren, spürt immer noch die Skepsis seiner Kunden.

Wohl aus diesem Dilemma heraus war Bork zu diesem für deutsche Manager eher ungewöhlichen Schritt bereit. Der Auftritt dürfte zudem nicht unerhebliche Spuren im Werbebudget des Unternehmens hinterlassen. Der 60-Sekünder wird nicht nur in der kostspieligen Abendschiene von Pro Sieben zu sehen sein. Die Ausstrahlung ist für die Prime Time aller großen Sender vorgesehen - darunter auch auf RTL, wo Burger Kings Probleme ihren Anfang hatten. cam
Meist gelesen
stats