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Der Kampf um Kanzleramt und Bundestag ist eröffnet
HORIZONT

Bundestagswahl 2017 Mit diesen Plakaten gehen die großen Parteien ins Rennen

Der Kampf um Kanzleramt und Bundestag ist eröffnet
Bis zur Bundestagswahl am 24. September 2017 sind es nur noch sechs Wochen. Inzwischen haben die fünf großen Parteien CDU, SPD, Bündnis 90/Die Grünen, Die Linke und auch die Alternative für Deutschland ihre Plakatkampagnen vorgestellt. HORIZONT Online gibt einen Überblick.
von Ingo Rentz, Sonntag, 13. August 2017

CDU

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Ein deutlicher Unterschied zur Kampagne 2013. Seinerzeit dominierte auf den Motiven die Farbe Orange. Die hat nun ausgedient: Die Bundesfarben Schwarz, Rot und Gold fassen die Slogans optisch ein. Die CDU und deren neue Agentur Jung von Matt wollen die Farben der Nationalflagge nicht mehr der AfD überlassen. Die hat allerdings - zumindest in ihrer Wahlkampagne - nur ein Motiv mit Schwarz-Rot-Gold darauf (siehe unten). Inhaltlich dagegen sind die Unterschiede nicht wirklich groß: Familien, Arbeit und Sicherheit, dazu eine verlässliche Bundeskanzlerin - 2013 wie auch jetzt sind das die Themen der CDU.

Spitzenkandidatin: Angela Merkel
Claim: Für ein Deutschland, in dem wir gut und gerne leben
Agentur: Jung von Matt

SPD

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Die SPD befindet sich in der schwierigen Situation, die schon wieder verflogene Martin-Schulz-Euphorie des Frühjahrs mit ihrer Kampagne wiederzubeleben. Die Kampagne, mit der die Genossen das schaffen wollen, unterscheidet sich in ihrer Optik nur wenig von der von vor vier Jahren. Das Purpur im SPD-Rot ist passé, ansonsten setzt die Partei offenbar erneut auf das Motto Quadratisch-Praktisch-Gut.

Mit dem Gender-Pay-Gap, der ungleichen Bezahlung von Männern und Frauen für die gleiche Arbeit, hat die SPD ein Thema gefunden, das die Forderung nach dem Mindestlohn aus dem Wahlkampf 2013 ersetzt - zumal es in der Tat viele Menschen da draußen umtreibt. Den Mindestlohn gibt es bekanntermaßen schon. Was zum jetzigen Zeitpunkt fehlt: Klare Angriffe auf die Amtsinhaberin, wie sie 2013 gefahren wurden. 

Spitzenkandidat: Martin Schulz
Claim: Zeit für mehr Gerechtigkeit
Agentur: KNSK

Bündnis 90/Die Grünen

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    (Bild: Die Grünen)
Die Grünen kommen deutlich weniger frech daher als 2013. Ob es an der Wahlprognose liegt? Die aktuellen Meinungsumfragen prognostizieren der Partei ein ähnliches Ergebnis wie 2013 (8,4 Prozent): Je nach Umfrage landen die Grünen bei sieben bis neun Prozent. Die Zweistelligkeit ist also durchaus noch im Bereich des Möglichen.

Dennoch hat man sich bei den Grünen dazu entschieden, die Wahlplakate vor allem in der eigenen Farbe zu halten und Buchstaben für sich sprechen zu lassen. 2013 blickten einen von den Motiven der Grünen noch Bürger entgegen und sprangen einen teilweise schräge Sprüche an wie "Meine Mudda wird Chef".

Spitzenkandidaten: Katrin Göring Eckardt und Cem Özdemir
Claim: Darum Grün
Agentur: Ziemlich Beste Antworten

FDP

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    (Bild: FDP)

Keine Frage: Die optische Wandlung, die die FDP seit der letzten Bundestagswahl durchgemacht hat, dürfte die radikalste bei allen Parteien sein. Dazu trägt nicht nur der umtriebige Parteichef Christian Lindner bei, sondern vor allem die preisgekrönte Agentur Heimat. Deren Kampagne für die FDP bei der Hamburger Bürgerschaftswahl 2015 wurde sogar mit einem Effie ausgezeichnet. Seitdem machte das Gespann vor allem mit flotten Filmchen und Guerilla-Aktionen auf sich aufmerksam. 

Wie anders doch dagegen die Kampagne aus dem Jahr 2013: Bieder, brav und blutleer kamen die damaligen Motive daher, die noch vor allem die Parteifarben Gelb und Blau zeigten. Diesmal setzt die FDP ganz klar auf die Popularität ihres Vorsitzenden - der mit seinen umstrittenen Äußerungen zur Krim zuletzt jedoch selbst in den eigenen Reihen Kritik hervorrief.

Ob sich das auf's Ergebnis auswirkt, wird sich zeigen. Ähnlich wie die Grünen kratzt die FDP in den Umfragen derzeit mit acht bis neun Prozent an der Zweistelligkeit - was nach dem Ergebnis von 2013, als mit 4,8 Prozent der erneute Einzug in den Bundestag verfehlt wurde, ein hoch befriedigendes Ergebnis sein dürfte. Sollte die FDP sogar zweistellig werden, könnte der nächste Effie winken.

Spitzenkandidat: Christian Lindner
Claim: #DenkenWirNeu
Agentur: Heimat

Die Linke

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    (Bild: Die Linke)
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    (Bild: Die Linke)
Auch Die Linke hat sich gegenüber dem Jahr 2013 sichtbar weiterentwickelt, was die Machart ihrer Plakatkampagne angeht. Schwarze Schrift auf weißem Grund, darunter das Partei-Logo: Mit diesem Auftritt brachte es die Partei bei der zurückliegenden Wahl auf immerhin 8,6 Prozent.

Aktuell sehen einige Umfragen wie etwa die von Emnid und Insa Die Linke sogar bei 10 Prozent. Doch statt auf Altbewährtes zu setzen, haben die Linken sich nun für einen wesentlich bunteren Ansatz entschieden. Bunt = breit = gut? Ob diese Rechnung aufgeht, wird sich zeigen. Thematisch bleibt sich Die Linke treu: Frieden, Entlohnung, Gerechtigkeit, Toleranz sind die Themen, mit denen die Partei punkten will.

Spitzenkandidaten: Sahra Wagenknecht und Dietmar Bartsch
Claim: Keine Lust auf Weiterso
Agentur: DiG/Trialon

Alternative für Deutschland

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2013 war es noch die Piratenpartei, die das etablierte Parteienspektrum herausforderte. Der Angriff aufs Establishment endete mit einem Ergebnis von 2,2 Prozent der Stimmen und dem anschließenden Versinken in der relativen Bedeutungslosigkeit. Der Alternative für Deutschland, so steht zu befürchten, wird ein ähnliches Schicksal nicht beschieden sein. Zwar haben die Rechtspopulisten seit dem Frühjahr deutlich an Schwung verloren. Je nach Umfrage liegen sie derzeit aber immer noch bei etwa acht Prozent - damit würden sie in den Bundestag einziehen.

Die Kampagne, mit der die AfD um Stimm(ung)en kämpft, geriet letztendlich nicht ganz so radikal, wie manche befürchtet hatten. Trotzdem geht es darauf nicht gerade zimperlich zu: Flüchtlingen etwa wird klar signalisiert, dass sie sich nicht auf ein besseres Leben hierzulande einstellen sollten. Ebenfalls nicht gut weg kommt erwartungsgemäß der Islam.

Optisch sind die Motive recht bieder, was auch zu der Zielgruppe passen dürfte, aus der sich die Wählerschaft der AfD zu weiten Teilen rekrutiert. Offensichtlich war man sich in der Parteispitze uneins darüber, ob dies die richtige Ansprache ist im Kampf um den Einzug in den Bundestag: Spitzenkandidatin Alice Weidel fand die Motive im Gegensatz zu ihrem Kollegen Alexander Gauland zu radikal und national-konservativ. 

Spitzenkandidaten: Alice Weidel und Alexander Gauland
Claim: Trau dich, Deutschland
Agentur: Kunkelbakker
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