Bundesliga-Ranking Werder Bremen rückt Borussia Dortmund auf die Pelle

Mittwoch, 13. September 2017
Borussia Dortmund bleibt die stärkste Vereinsmarke Deutschlands
Borussia Dortmund bleibt die stärkste Vereinsmarke Deutschlands
Foto: Borussia Dortmund

Seit 2012 erstellt die TU Braunschweig ein jährliches Ranking der stärksten Marken unter den Fußball-Bundesligisten - und bislang konnte jedes Jahr Borussia Dortmund die Spitze erringen. Auch in diesem Jahr heißt der Markenmeister BVB: Der Verein erzielte von allen 36 Bundesligisten den höchsten Markenindex, der sich aus der Vereinsbekanntheit und der Bewertung der Befragten in den Kategorien "sehr sympathisch", "sehr gut" und "sehr attraktiv" zusammensetzt. Besonders spannend ist in diesem Jahr jedoch, was direkt hinter dem BVB passiert.
Denn die Nummer 2 heißt nicht Bayern München. Stattdessen holte sich der SV Werder Bremen den zweiten Platz des Markenrankings. Den Bremern kam dabei vor allem ihre Aufholjagd in der zweiten Hälfte der vergangenen Saison zugute, die sie vom drittletzten Tabellenplatz 16 auf Rang 8 führte. Im Endeffekt landen die Grün-Weißen in den drei abgefragten Kategorien "Verein ist sympathisch", "Verein ist attraktiv" und "Verein ist sehr gut" unter den ersten Sechs. 
Das Gesamtergebnis der Fußballstudie 2017
Das Gesamtergebnis der Fußballstudie 2017 (Bild: TU Braunschweig)
Borussia Dortmund thront derweil weiterhin über den Dingen. In den Bewertungskategorien "sehr gut" und "sehr attraktiv" liegt der Club auf dem ersten Platz, bei der Sympathie rangiert er auf Platz 4. Hinzu kommt eine Bekanntheit von fast 95 Prozent. "Getragen durch die positive Gesamtentwicklung des Vereins und flankiert durch ein professionelles Markenmanagement ist es Borussia Dortmund gelungen, in den vergangenen Jahren ein ausgesprochen positives Vereinsmarkenbild in der öffentlichen Wahrnehmung zu etablieren", sagt Studienleiter David Woisetschläger, Inhaber des Lehrstuhls für Dienstleistungsmanagement an der TU Braunschweig. Der FC Bayern München hingegen verliert rund 10 Indexpunkte und landet in der Enabrechnung auf Rang 8. Der deutschen Rekordmeister spielte zwar eine starke Saison und sicherte sich erneut den Meisterschaftstitel. Dennoch müssen die Bayern bei allen drei Einstellungsmerkmalen große Verluste hinnehmen. Besonders im Sympathieranking macht sich dies bemerkbar, wo der FCB nach dem drittletzten Platz im Vorjahr diesmal sogar die rote Laterne innehat.

Wie anders dagegen der SC Freiburg und der VfB Stuttgart. Die Breisgauer profitieren bei der Markenentwicklung nicht nur von ihrem Trainer Christian Streich, der bundesweit große Sympathienbesitzt. Auch sportlich lief es für den SC Freiburg in der vergangenen Saison überaus gut. Das Gleiche gilt für den VfB Stuttgart: Den Schwaben gelang nach dem Abstieg 2016 der direkte Wiederaufstieg, wodurch sich der VfB sowohl bei der Bekanntheit als auch in der Einstellung verbessern konnte. Mit einem Plus von 5,48 Indexpunkten ist der Verein auch der größte Aufsteiger im Markenranking.

Das Studiendesign:

Im Zeitraum vom 28. Juli bis zum 04. August 2017 wurden im Rahmen einer bundesweit durchgeführten Repräsentativ-Befragung mehr als 4.000 Einwohner im Alter zwischen 18 und 69 Jahren befragt. Im Rahmen der Befragung wurden die Probanden gebeten, ihre persönliche Einschätzung hinsichtlich relevanter Einstellungsgrößen gegenüber einem aus 36 Fußball-Bundesligisten zufällig zugelosten Verein zu geben. Der Markenindex setzt sich zusammen aus den Markenkomponenten der Vereinsbekanntheit sowie der Vereinseinstellung, die über die Abfragen des Vereins als „sehr sympathisch“, „sehr gut“ und „sehr attraktiv“ als Globalurteil positiver und negativer Markenassoziationen zum Verein abgebildet wurde. Berechnungsbeispiel der Markenstärke des Siegers Borussia Dortmund: Vereinsbekanntheit von 98,46 Prozent x Vereinseinstellung von 61,22 Punkten entspricht einer Vereinsmarkenstärke von 60,28 Punkten.
Das galt bei der vergangenen Ausgabe der Markenstudie auch für den Hamburger SV - in diesem Jahr nimmt der Nordclub die entgegengesetzte Richtung. Der HSV verliert mit einem Minus von 9,03 Indexpunkten im Ranking gleich 20 Plätze. Die Querelen im Verein und Umfeld sowie die Ungewissheit im Hinblick auf den drohenden Abstieg schadeten den Hamburgern besonders in der Kategorie "sympathischer Verein" (-13,06 Punkte im Vorjahresvergleich), so die Studienautoren. ire

Die kompletten Ergebnisse der Fußballstudie gibt es hier.
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