PR-Aktion Bundesliga-Klubs wollen Ärmel nicht für Til-Schweiger-Stiftung frei machen

Mittwoch, 05. April 2017
Einige Bundesligisten wollen die angedachte PR-Aktion von Hermes und der "Til Schweiger Foundation" boykottieren
Einige Bundesligisten wollen die angedachte PR-Aktion von Hermes und der "Til Schweiger Foundation" boykottieren
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Das haben sich Bundesliga-Ärmelsponsor Hermes und Til Schweiger sicher ganz anders vorgestellt: Wie "Die Welt" in ihrer heutigen Ausgabe berichtet, wollen sich mindestens 13 der 36 Klubs der ersten und zweiten Fußball-Bundesliga nicht an einer angedachten Werbeaktion für die "Til Schweiger Foundation" beteiligen. Der Hauptgrund: Es gebe andere wohltätige Organisationen, die für eine Präsenz auf der prominenten Werbefläche besser geeignet wären.
Bei den Bundesligavereinen, ihren Vermarkten und Sponsoren ist das Ärmelsponsoring dieser Tage in aller Munde. Schließlich dürfen die Klubs ab der kommenden Saison 2017/18 selbst entscheiden, für welchen Werbepartner sie den linken Arm frei machen. Bis zum Ende der laufenden Spielzeit ist der Logistikdienstleister Hermes noch der Exklusivsponsor für alle 36 Klubs der ersten und zweiten Liga - und will kurz vor Ende seines Sponsorings noch einmal mit einer besonderen Aktion für große Aufmerksamkeit sorgen. Am 32. Spieltag will Hermes mit einem Sonderbadge nämlich die "Til Schweiger Foundation" - die Flüchtlings- und Kinderschutzinitiative des Schauspielers - promoten. Doch laut einer Umfrage der "Welt" stößt die PR-Aktion nicht gerade auf Begeisterung. Wie die Tageszeitung aus dem Hause Axel Springer in ihrer Mittwochausgabe berichtet, haben sich die TSG 1899 Hoffenheim, der 1. FC Köln, Schalke 04, Bayer Leverkusen, der VfL Wolfsburg, der Hamburger SV, Eintracht Braunschweig, der SV Sandhausen, Fortuna Düsseldorf, die Würzburger Kickers, Erzgebirge Aue, der FC St. Pauli sowie der Karlsruher SC dazu entschieden, auch an dem besagten Spieltag mit dem Hermes-Logo aufzulaufen. Sieben weitere Klubs wissen noch nicht, wie sie mit dem Vorschlag umgehen, nur 13 Vereine wollen auf dem Ärmel für die "Til Schweiger Foundation" werben.

In der Begründung sind sich die Klubs, die nicht mitmachen wollen, weitestgehend einig: Sie sind schlichtweg nicht von dem Nutzen der PR-Aktion überzeugt. "Die 'Til Schweiger Foundation' macht sicher eine gute Arbeit. Das aber machen viele andere Stiftungen und Einrichtungen hierzulande auch, denen weit weniger Prominenz zuteil wird als der Stiftung eines international bekannten Schauspielers", zitiert "Die Welt" beispielsweise Christian Frommert, Mediendirektor der TSG 1899 Hoffenheim. Viel eher hätte man es begrüßt, wenn man die Wahl gehabt hätte zwischen dem Tragen des Sonderbadges oder einer selbst zu wählenden Einrichtung. Andere in dem Artikel zu Wort kommende Vereinsvertreter schlagen in die gleiche Kerbe: Die Stiftung des 53-Jährigen sei zwar unterstützenswert, die Klubs wollen sich aber nicht vorschreiben lassen, für welche karitative Vereinigung man werbe.

Hermes dürfte das Ganze wie ein Déjà-vu vorkommen: Bereits in der vergangenen Bundesligasaison machte der Sponsor den Ärmel an einem Spieltag für eine Flüchtlingsaktion der "Bild" frei. Nach und nach erteilten immer mehr Vereine der Aktion unter dem Motto "Wir helfen - refugeeswelcome" eine Absage. Ganz offensichtlich ereilt Til Schweiger mit seiner Stiftung nun ein ähnliches Schicksal. tt
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