Brillantes Content Marketing Allianz schickt Schadenregulierer nach Mittelerde

Mittwoch, 02. April 2014
Die aktuelle Ausgabe von "1890"
Die aktuelle Ausgabe von "1890"


Die Liste der Content-Marketing-Experten und ihrer Empfehlungen ist nahezu endlos. Doch in ihrem Kundenmagazin "1890" zeigt die Allianz, dass der beste Branded Content manchmal nur einen kleinen kreativen Zündfunken braucht. Wo andere an komplexen Strategien feilen, lässt die Allianz ihre Schadenregulierer Nils Möckelmann und Andreas Hufgard einfach einen Blick auf die größten Versicherungsfälle der Filmgeschichte werfen. Ihre Bilanz im Fall "Der Hobbit 2" ist so aberwitzig wie unterhaltsam.
Zunächst einmal die gute Nachricht aus dem Artikel "Zwerge sorgen für Riesenchaos": Im Vergleich zu Teil 1, in dem der Drache Smaug nicht nur die Zwergenstadt verwüstete sondern auch die Stadt Thal niederbrannte, fallen die Versicherungsschäden deutlich niedriger aus. Statt der 326 Millionen Euro Schäden des ersten Teils kommen Möckelmann und Hufgard für Teil 2 auf "nur noch" 12.142.554 Euro. Besonders hart trifft es allerdings die Haftpflichtversicherung des künftigen Zwergenkönigs Thorin Eichenschild, der für für einen zerstörten Flaschenzug (6,5 Millionen Euro) und  zwei Förderbänder (2,45 Millionen Euro) gerade stehen muss. Die Gutachter kommen allerdings zu dem Ergebnis, dass Eichenschild nicht privat haften muss, da "deren Zerstörung als Brandschaden in Folge der versuchten Drachentötung verbucht werden". Ob Eichenschild anschließend mit einer saftigen Erhöhung seiner Haftpflichtprämien zu rechnen hätte, darüber schwiegen sich die Allianz-Experten allerdings aus.

In Bezug auf die Bösewichte zeichen sich die beiden wesentlich spekulationsfreudiger. So kommen sie bei den 70 "in Notwehr" getöten Orks zu einer pauschalen Entschädigung von 100 Euro pro Opfer, da "teure Bestattungsriten bei Monstern unbekannt sind - ebenso wie Unterhaltsansprüche von Witwen oder Waisen."

Das äußerst unterhaltsame Lesestück ist nur der jüngste Streich der beiden Allianz-Experten. In der Vergangenheit haben sich die Schadensbegutachter unter anderem Schadensfällen wie dem Computerspiel "Grand Theft Auto V" (9,58 Millionen Euro), "Dinner for One" (2120 Euro) und "Max und Moritz" (1645 Euro) gewidmet.

Aus Sicht der Marke ist die Serie, die sowohl im Printtitel wie auch im Online-Auftritt gespielt wird, ein absoluter Glücksgriff. Schließlich steht Allianz vor dem Problem, mit Versicherungen ein Thema zu haben, mit dem sich Konsumenten im allgemeinen eher ungern beschäftigen. Der Versicherer hat zwar schon aufwendige Projekte wie "1 ist mir wichtig" gelauncht. Allerdings erreichen derartige Projekte aufgrund ihrer ernsten Tonalität längst nicht jeden potenziell interessanten Kunden. Zudem muss dazu jeweils ein eigenes Projekt mit begleitender Kampagne aufgesetzt werden. cam
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