Online-Handel Wie Zalando den Gang aufs Börsenparkett feierte

Mittwoch, 01. Oktober 2014
Zalando an der Frankfurter Börse: So viel Konfetti war selten
Zalando an der Frankfurter Börse: So viel Konfetti war selten
Foto: Fotos: Zalando

Auch wenn die Zalando-Aktie nicht unbedingt glanzvoll in den Handel gestartet ist - der Berliner Onlinehändler hat es sich nicht nehmen lassen, sein Debüt auf dem Börsenparkett standesgemäß zu feiern. HORIZONT Online präsentiert die besten Bilder sowie Hintergründe zum Börsengang.

  • Zalando-Vorstandsmitglieder Rubin Ritter, David Schneider, Robert Gentz (v. l.) vor der Börse Frankfurt
    Zalando-Vorstandsmitglieder Rubin Ritter, David Schneider, Robert Gentz (v. l.) vor der Börse Frankfurt (Bild: Fotos: Zalando)
  • David Schneider, Robert Gentz, Rubin Ritter (v. l.) läuten in der Börse Frankfurt die Glocke zum Start des Handels von Zalando-Altien
    David Schneider, Robert Gentz, Rubin Ritter (v. l.) läuten in der Börse Frankfurt die Glocke zum Start des Handels von Zalando-Altien (Bild: Fotos: Zalando)
  • David Schneider, Robert Gentz, Rubin Ritter (v. l.) in der Börse Frankfurt
    David Schneider, Robert Gentz, Rubin Ritter (v. l.) in der Börse Frankfurt (Bild: Fotos: Zalando)
  • Mitarbeiter des Zalando SE feiern den Börsengang in der Börse Frankfurt
    Mitarbeiter des Zalando SE feiern den Börsengang in der Börse Frankfurt (Bild: Fotos: Zalando)
  • Zalando-Pakete schmücken die Börse Frankfurt, Zalando-Mitarbeiter feiern auf dem Parkett
    Zalando-Pakete schmücken die Börse Frankfurt, Zalando-Mitarbeiter feiern auf dem Parkett (Bild: Fotos: Zalando)
  • Blick auf die Anzeigetafel in der Börse Frankfurt
    Blick auf die Anzeigetafel in der Börse Frankfurt (Bild: Fotos: Zalando)
  • Zalando-Pakete schmücken die Börse Frankfurt
    Zalando-Pakete schmücken die Börse Frankfurt (Bild: Fotos: Zalando)
  • Zalando-Management und –Mitarbeiter vor der Börse Frankfurt
    Zalando-Management und –Mitarbeiter vor der Börse Frankfurt (Bild: Fotos: Zalando)
  • Robert Gentz, Rubin Ritter, David Schneider packen mit Zalando-Mitarbeitern Pakete vor der Börse Frankfurt. Die Pakete mit Überraschungen wurden anschließend in Frankfurt verteilt.
    Robert Gentz, Rubin Ritter, David Schneider packen mit Zalando-Mitarbeitern Pakete vor der Börse Frankfurt. Die Pakete mit Überraschungen wurden anschließend in Frankfurt verteilt. (Bild: Fotos: Zalando)
  • Die Börse Frankfurt ist ein Zalando-Paket. Im Vordergrund die Station zum Packen der Überraschungspakete.
    Die Börse Frankfurt ist ein Zalando-Paket. Im Vordergrund die Station zum Packen der Überraschungspakete. (Bild: Fotos: Zalando)
  • Die Models aus dem aktuellen Zalando-Spot vor der Börse Frankfurt
    Die Models aus dem aktuellen Zalando-Spot vor der Börse Frankfurt (Bild: Fotos: Zalando)
  • Die Überraschungspakete wurden nach dem Packen in Frankfurt verteilt
    Die Überraschungspakete wurden nach dem Packen in Frankfurt verteilt (Bild: Fotos: Zalando)
Die Frankfurter Börse stand heute ganz im Zeichen von Zalando. Schon auf dem Vorplatz wurden die Gäste von Zalando-Schaufensterpuppen empfangen. Models in Zalando-Mode säumten den Treppenaufgang, die typischen Pakete mit dem Schriftzug des Unternehmens stapelten sich vor und im Parkettsaal. Selbst die Glocke zum traditionellen Einläuten des Börsenhandels packten die Firmen-Chefs aus einem Zalando-Karton aus. Das eigentliche Börsendebüt der Zalando-Aktie fiel allerdings weniger glanzvoll aus. Der erste Kurs, begleitet von Konfetti-Regen und Jubelrufen, lag noch bei ansehnlichen 24,10 Euro - immerhin ein Aufschlag von rund zwölf Prozent auf den Ausgabepreis. Doch damit war die Party ersteinmal vorbei. Binnen weniger Minuten fiel der Kurs steil fast bis an den Ausgabepreis von 21,50 Euro. Zum Nachmittag konnte sich das Papier gerade einmal auf 22 Euro erholen. Kein rechter Grund für Anleger, um vor Glück zu schreien, wie es das Zalando-Werbemotto will.

„Dass wir heute hier stehen würden, haben wir uns damals sicher nicht ausgemalt.“
David Schneider
Die drei Zalando-Vorstände Rubin Ritter, David Schneider und Robert Gentz waren am Mittwoch trotzdem in Feierlaune. Die Börsenglocke zu läuten, das sei ein "einmaliger Moment" gewesen, sagte Schneider, der den Online-Modehändler vor sechs Jahren mitgegründet hatte. Damals hatten er und sein heutiger Vorstandskollege Gentz aus einem Keller in Berlin-Mitte heraus angefangen, Flip-Flops über das Internet zu verkaufen. "Dass wir heute hier stehen würden, haben wir uns damals sicher nicht ausgemalt", sagt er.

Der Börsengang bringt Zalando gut 600 Millionen Euro ein, die in den Ausbau des Geschäfts fließen sollen. Die drei Chefs hielten die Glocke über ihren Köpfen wie Sieger eines Fußballspiels einen Pokal. Auch so wirkten sie, locker mit Jeans, Hemd und Sneakers bekleidet, eher wie Sportler als wie die Chefs eines Unternehmens, das an der Börse mehr als 5 Milliarden Euro wert ist. Nach dem Spektakel an der Börse wollten sich die Vorstände bald wieder auf den Heimweg machen - um mit den Mitarbeitern in Büros und Logistikzentren zu feiern. Ab Donnerstag, so Schneider, gehe dann das normale Geschäft weiter.

Rainer Hillebrand Otto 2014
Bild: Foto: Otto Group

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So viel "Lametta" auf dem Börsenparkett hat es nach Aussage von Marktanalyst Robert Halver lange nicht mehr gegeben. Von einer Euphorie für Börsengänge will er nicht sprechen. "Wenn wir den Neuen Markt im Hinterkopf haben, dann wissen wir, das war damals eine völlig überzogene Euphorie. Was wir im Augenblick an Börsengängen sehen ist eher ein langsamer Weg zurück zur Normalität." Zalando könne als Trendsetter für weitere Internet-Börsengänge dienen.

Am Donnerstag steht mit dem Debüt der Berliner Startup-Schmiede Rocket Internet schon der nächste Tech-Börsengang in Frankfurt an. Rockets Mitgründer und Chef Oliver Samwer verkündet groß, man wolle die größte Online-Plattform außerhalb der USA und Chinas werden. Die Samwer-Brüder, die bisher die Mehrheit an Rocket hielten, sind auch Großaktionäre bei Zalando, unter ihrem Dach war der Modehändler groß geworden. Und weil sie die Rocket-Aktien deutlich teurer als Zalando verkaufen, soll der Erlös mit 1,6 Milliarden Euro auch merklich höher ausfallen.

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