BlueTec-Kampagne von JvM Mercedes-Benz wehrt sich gegen den Vorwurf der irreführenden Werbung

Donnerstag, 02. Juni 2016
Der TV-Spot spielt mit einem Kinderliedklassiker
Der TV-Spot spielt mit einem Kinderliedklassiker
Foto: Daimler

Mercedes-Benz wehrt sich entschieden gegen den Vorwurf, irreführende Werbung betrieben zu haben. In den USA fordert Rechtsanwalt Steve Berman vom Stuttgarter Autobauer Schadensersatz in Höhe von fünf Milliarden US-Dollar.
Zwei Beiträge in der aktuellen Ausgabe der "Zeit" sorgen seit gestern Abend für Wirbel. In beiden Artikeln geht es um vermeintliche Verbrauchertäuschungen von Mercedes-Benz im Zusammenhang mit der Markteinführung der Dieseltechnologie BlueTec. Hierzulande hat Mercedes-Benz die Technologie in einer breiten Kampagne unter anderem mit Aussagen wie "Emission Impossible" beworben. Verantwortliche Agentur war zu dem Zeitpunkt Jung von Matt. Nach Informationen der "Zeit" haben die Abgasmesswerte aber einen solchen Anspruch nie hergegeben. 
Jetzt sind es aber genau solche Aussagen, auf die sich auch der Vorwurf der Verbrauchertäuschung der Kanzlei Hagen Bermans stützt. "In den USA musst Du in der Werbung die Wahrheit sagen- und diese Werbung ist nicht ehrlich. Sie ist irreführend, weil die Autos nie zugelassen worden wären, wenn bekannt gewesen wäre, was sie auf der Straße in die Luft blasen", erklärt der Steve Berman gegenüber der "Zeit". Der US-Anwalt taxiert den Streitwert auf fünf Milliarden US-Dollar, rechnet aber bei einer Verurteilung mit einer geringeren Strafe. „Vermutlich ist es am Ende weniger. Aber sicher mehr als eine Milliarde Dollar.“ Ob es dazu wirklich kommt, ist derzeit völlig offen.

Mercedes-Benz hält jedenfalls massiv dagegen. "Wir halten die Sammelklage der Kanzlei Hagen Bermans für unbegründet und werden uns mit allen juristischen Mitteln zu Wehr setzen. Wir weisen den Vorwurf der irreführenden Werbung entschieden zurück", teilt der Hersteller auf Nachfrage mit.

Der Marktstart von Bluetec erfolgte in den USA im Oktober 2006 mit dem E 320 Bluetec. In dieser Zeit hatte DaimlerChrysler - erst im August 2007 war die Trennung von Chrysler abgeschlossen - gemeinsam mit VW und Audi eine Bluetec-Allianz gebildet, um dem Diesel auf dem US-Markt zum Durchbruch zu verhelfen. Mitte 2007 brach dieses Bündnis allerdings wieder auseinander. Im November 2007 lief in Europa die Kampagne zur Markteinführung an. Der TV-Werbespot für "die sauberste Dieseltechnologie der Welt“ wandelte das in vielen Ländern verbreitete Kinderlied „Blau blau blau sind alle meine Kleider" zur Bluetec-Hymne um.

Völlig neu sind die Vorwürfe gegen Mercedes indessen nicht. Neben der US-Kanzlei stellte in den vergangenen Wochen auf dem Heimatmarkt vor allem die Deutsche Umwelthilfe den Konzern immer wieder an den Dieselpranger. mir
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