Blackberry Ungewisse Zukunft trotz neuem Smartphone

Freitag, 20. September 2013
Mit dem neuen Z30 soll die Wende gelingen (Bild: Blackberry)
Mit dem neuen Z30 soll die Wende gelingen (Bild: Blackberry)
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Die Verwirrung um die Zukunft von Blackberry könnte nicht größer sein: Am Mittwoch stellte der kanadische Hersteller sein neues Smartphone Z30 vor und kündigte an, sich mit seiner Messenger-App BBM auch anderen Plattformen zu öffnen. Wenige Stunden später folgte ein Zeitungsbericht, laut dem der Konzern bis zum Jahresende 40 Prozent seiner Stellen streichen will. Auch ein Verkauf ist noch nicht vom Tisch.
Trotz ungewisser Zukunft investiert Blackberry weiter ins Handygeschäft. Um das neue Smartphone Z30 zu promoten, setzt der Handyhersteller bisher vor allem auf PR. Einen Eindruck vom neuen Gerät können sich Kunden bis dahin nur online in einem Promospot und auf der spärlichen Mircosite verschaffen. Eine Kampagne für das in wenigen Wochen erscheinende Handy ist aber "in der Mache" und soll folgen, wie ein Sprecher gegenüber HORIZONT.NET bestätigte.

Die Hoffnung, die Blackberry in das am Mittwoch vorgestellte Smartphone setzt, ist groß: Laut Marktforscher IDC hat der Konzern weltweit nur noch einen Marktanteil von drei Prozent. Mit einem fünf-Zoll-Display und neuer Betriebssystemversion will die Marke nun die technologische Lücke zur Konkurrenz schließen und die Nachfrage ankurbeln. Ähnliches verspricht sich Blackberry von der Entscheidung, seinen Messaging-Dienst BBM, künftig auch auf Android- und iOS-Systemen anzubieten. Damit gibt der Konzern zwar seine bisherige Politik der Exklusivität auf, könnte aber zur plattformübergreifenden Konkurrenz zum Marktführer Whatsapp aufsteigen.

Die Vorstellung beider Innovationen ging allerdings etwas unter, da Apple am selben Tag sein neues Betriebssystem iOS 7 veröffentlichte und am Freitag neue iPhone-Modelle auf den Markt bringt. Noch stärker wurde die kommunikative Wirkung allerdings durch eine Meldung aus den eigenen Reihen konterkariert: Wie das "Wall Street Journal" wenige Stunden später unter Berufung auf Insider berichtete, will der Konzern bis zum Jahresende mehrere tausend Menschen entlassen. Blackberry hat die Zahl von 40 Prozent inzwischen bestätigt.

Auch ein Verkauf der Marke ist weiterhin nicht vom Tisch, sondern könnte laut Wall Street Journal noch dieses Jahr über die Bühne gehen. Blackberry hatte erst im August angekündigt, "strategische Optionen" wie einen Verkauf oder eine strategische Partnerschaft zu prüfen. hor

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