Bitkom-Studie Jeder fünfte Deutsche spielt Pokémon Go / Mehrheit findet die App gefährlich

Dienstag, 26. Juli 2016
Jeder fünfte Deutsche nutzt die App
Jeder fünfte Deutsche nutzt die App
Foto: Nintendo
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Jetzt gibt es hierzulande erste Nutzungszahlen für die Hype-App Pokémon Go: Einer repräsentativen Umfrage des Digitalverbandes Bitkom zufolge, war bereits jeder fünfte Deutsche auf der Jagd nach Pikachu, Pummeluff und Co. Dazu zählen regelmäßige Nutzer ebenso wie solche, die die App lediglich einmal ausprobiert haben.
Allerdings gehen die Meinungen über Pokémon Go weit auseinander. Mehr als 70 Prozent der 1009 Befragten sieht in der App eine Gefahr, da sie die Spieler zu sehr von ihrer Umwelt ablenken. In den vergangenen Tagen berichteten Medien immer wieder von Missgeschicken und Unfällen im Straßenverkehr, weil Pokémon-Jäger zu sehr in das Spiel vertieft waren. Jüngst sah sich die Frankfurter Polizei sogar dazu genötigt, vor erhöhtem Unfallrisiko im Zusammenhang mit der App zu warnen. Fast die Hälfte aller Befragten (47 Prozent) findet es zudem ärgerlich, wenn Menschen unterwegs wegen des Spiels vermehrt auf ihr Smartphone schauen. 
Die Mehrheit der Befragten findet das Spiel gefährlich.
Die Mehrheit der Befragten findet das Spiel gefährlich. (Bild: Bitkom)
Doch es gibt auch positive Meinungen: Die Hälfte der Befragten, die bereits von Pokémon Go gehört haben, hält das Spiel für eine gute Sache, weil es die Spieler dazu motiviert, aus dem Haus zu gehen und sich an der frischen Luft zu bewegen. Jeder Fünfte (20 Prozent) schätzt an der App, dass sie die Spieler dazu animiert, ihre Umgebung zu erkunden und neue Menschen kennenzulernen. Vor allem die Pokémon-Go-Spieler selbst äußern sich weitaus positiver: Von ihnen hält nur jeder Fünfte (20 Prozent) das Spiel für eine gefährliche Ablenkung. Ebenfalls 20 Prozent teilen die Ansicht, dass das Spiel allgemein zu einer vermehrten Konzentration auf das Smartphone führt. Die Hälfte der Spieler (50 Prozent) stimmt der Aussage zu, dass das Spiel seine Nutzer zusammenbringt und sie dazu anregt ihre Umgebung besser kennen zu lernen. Und die große Mehrheit von 86 Prozent der Spieler hebt den positiven "Outdoor"-Effekt der App hervor.

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Derweil gehen die Diskussionen darüber weiter, ob das Spiel nicht doch seinen Zenit bereits überschritten hat. Die Analyse-Plattform "Surveymonkey" hat herausgefunden, dass die Entwicklung des Spiels zumindest ins Stocken geraten ist. Eine Auswertung des Magazins zeigt etwa, dass die Downloadzahlen für die App stark gesunken sind, ebenso wie die Suchanfragen bei Google. Der Entwickler Niantic hat bereits Neuerungen angekündigt, um die Begeisterung für das Spiel am Laufen zu halten. Entwicklerboss John Hanke kündigte auf der Comic Con in Kalifornien an, dass beispielsweise neue, seltene Pokémons ins Spiel integriert werden sollen.

Unterdessen berichtet das Techcrunch unter Berufung auf die Datenanalysten von SensorTower, dass Pokémon Go innerhalb von 19 Tagen mehr als 75 Millionen Mal auf iOS- und Android-Geräten weltweit runtergeladen wurde. Zum Vergleich: Die Dating-App Tinder, die seit 2012 auf dem Markt ist, durchbrach erst im Januar diesen Jahres die 100-Millionen-Marke. 
ron
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