Big Data & Co Marketer sind von der Digitalisierung überfordert

Mittwoch, 08. Juni 2016
Viele Unternehmen tun sich mit der Digitalisierung noch schwer
Viele Unternehmen tun sich mit der Digitalisierung noch schwer
Foto: Sergiy Lysenkov / Colourbox

Die Digitalisierung ist derzeit das große Thema in den Unternehmen - die Marketing-Abteilungen bleiben da nicht außen vor. Doch wie stellen sich die Marketer bei der Digitalisierung an? Eine Studie der Unternehmensberatung ENGN in Zusammenarbeit mit der Leuphana Universität Lüneburg zeigt nun, dass so einiges im Argen liegt. 

Die Studie zum Thema Marketing Intelligence, für die in der Zeit von Dezember 2015 bis Januar 2016 insgesamt 680 Marketing-Entscheider aus Deutschland, Österreich und der Schweiz befragt wurden, kommt zu dem Schluss, dass die digitale Transformation zwar in den Marketing-Abteilungen angekommen ist. Allerdings würden viele Marketer bei der Digitalisierung hinterher hinken.

Das gilt vor allem für den Umgang mit Big Data. Der Umfrage zufolge schätzt jeder zweite befragte Marketingleiter (54 Prozent) den Umgang seiner Abteilung mit Daten als ineffizient oder sehr ineffizient ein. Obwohl den Marketingchefs das Dilemma bekannt ist, schaffen nur wenige Abhilfe: Laut Studie plant gerade einmal ein Drittel für die kommenden Monate Investitionen in Marketing-Software, die das Daten-Chaos strukturieren könnte.

Große Unsicherheit herrscht offenbar bereits bei den Begriffsdefinitionen. Obwohl neun von zehn Befragten der Begriff „Marketing Intelligence“ als Synonym für die digitale Transformation im Marketing bekannt ist, können ihn nur 28 Prozent genau einordnen und inhaltlich definieren. Gleichwohl sind vier von fünf Marketingmanagern überzeugt, dass durch Marketing-Intelligence-Maßnahmen Verbesserungen in der Qualität der Arbeit und der Zeit erreicht werden können. „Die Digitalisierung im Marketing führt zu rasant steigenden Datenmengen, was viele Marketingleiter überfordert. Sie haben häufig weder die nötigen Systeme noch Prozesse oder Strukturen, um der digitalen Transformation im Marketing zu begegnen – und versinken langsam aber sicher im Daten-Chaos“, sagt Frank Wittich-Böcker, Director Consulting bei der ENGN Unternehmensberatung.

Maßnahmen, um die Defizite zu beseitigen, werden allerdings nur wenige getroffen. Media- und Digital-Asset-Management-Systeme (MAM/DAM), in denen alle Daten wie Bilder, Texte und Produktdaten zentral vorgehalten werden, nutzen aktuell lediglich 23 Prozent der Marketingleiter. Obwohl hier dringend Handlungsbedarf besteht, plant nur rund ein Drittel der Befragten für die nächsten zwölf Monate Budget für Marketing-Software ein. „Die Marketingleiter sind noch erstaunlich zurückhaltend, was die Investition in Systeme zum Datenhandling angeht. Wer sich auf die digitale Transformation im Marketing mit den richtigen Systemen, Strukturen und Prozessen frühzeitig einstellt, wird in Zukunft trotz steigender Komplexität die Kosten reduzieren können und dabei Qualität und Timing im Griff haben“, so Wittich-Böcker. mas

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