Best Brands 2016 Porsche, Nivea, WMF und Amazon sind die Spitzenmarken

Mittwoch, 17. Februar 2016
Die Best Brands werden in diesem Jahr zum 13. Mal vergeben
Die Best Brands werden in diesem Jahr zum 13. Mal vergeben

In Zeiten politischer Umbrüche und Unwägbarkeiten haben sie schon beinahe etwas Beruhigendes. Starke Brands stehen über (fast) allem, eine konsequente Markenpolitik zahlt sich immer aus. Zu beobachten wieder einmal bei den Best Brands 2016. Porsche, Nivea, WMF und Amazon heißen die Gewinner.

Zum 13. Mal hat Serviceplan gemeinsam mit der GfK Gruppe, Pro Sieben Sat 1 Media, Wirtschaftswoche, Markenverband, Ströer Media sowie Die Zeit das deutsche Markenranking erstellt. Im Bayerischen Hof in München verliehen die Initiatoren am Mittwochabend vor rund 600 Gästen aus Wirtschaft, Handel und Medien die begehrten Trophäen.

Beste Unternehmensmarke: Porsche

Porsche ist der Markenüberflieger in Europa
Porsche ist der Markenüberflieger in Europa (Bild: Storz & Escherich)
Der Abgasskandal der Konzernmutter VW hat offensichtlich nicht auf Porsche abgestrahlt. Im Bewusstsein der Konsumenten werden die Marken nicht unbedingt mit VW in Zusammenhang gebracht. Das gilt auch über die deutschen Grenzen hinaus. Erstmals lobten die Initiatoren den Award nicht für die beste deutsche, sondern für die beste europäische Unternehmensmarke aus. Gemessen wurden Werte wie Sympathie, Ansehen und Internationalität unter den Konsumenten in Frankreich, Großbritannien, Deutschland, Spanien und Italien. Zwar lag dabei Porsche in keinem der Länder auf Platz eins, aber immer unter den ersten drei. In der Summe führte das zum Spitzenplatz auf dem Treppchen. Die Exporte in andere europäische Länder wuchsen von 2014 auf 2015 um 34 Prozent. Dabei wiesen insbesodere der Posche 911 und Macan überdurchschnittliche Entwicklungen auf. Auch die weiteren Gewinner sind "made in germany": BMW, letztes Jahr Sechster, schiebt sich im europaweiten Ranking auf Platz 2. Mit Bosch rangiert ein weiteres deutsches Unternehmen direkt dahinter. In den Top 10 finden sich mit Adidas (5.), Audi (6.) und Miele (7.) darüberhinaus drei weitere heimische Marken.

Beste Produktmarke: Nivea

Nivea konnte seine Marktanteile 2015 nochmal kräftig steigern.
Nivea konnte seine Marktanteile 2015 nochmal kräftig steigern. (Bild: Beiersdorf)
Die beste Produktmarke heißt einmal mehr Nivea – das dritte Mal nach 2013 und 2014, nachdem die Serie 2015 kurzzeitig vom Home-Entertainment-Anbieter Bose unterbrochen wurde. Insgesamt acht Marken der aktuellen Rangliste waren auch 2015 unter den Top 10 zu finden. In dieser Kategorie können nur große, starke, erfolgreiche Marken punkten. In die Bewertung ein gehen Werte wie Käuferbindung, Marktanteil und Bekanntheit. Dass Nivea eine der bekanntesten Marken der Welt ist ist unbestreitbar, im letzten Jahr konnte die Beiersdorf-Brand dank zahlreicher Produktinnovationen – unter anderem Eau de Toilette, 2 in 1 Labello Pflege und Men Active Energy – aber auch seinen Marktanteil deutlich ausweiten. Auf den Plätzen folgen Coca-Cola und Samsung. Letztere Marke ist neben Apple der einzige Elektronikanbieter. Der Trend geht wieder mehr zu klassischen FMCG. Fast jeder Haushalt verfügt inzwischen über ein Smartphone, ein Tablet oder einen Smart-TV. Die Marktsättigung nimmt zu, die Faszination dieser Hersteller hingegen ab, das schafft Raum für Marken wie Rotkäppchen (4.), Persil (7.) oder WMF (8.).

Beste Wachstumsmarke: WMF

WMF wuchs überdurchschnittlich in 2015.
WMF wuchs überdurchschnittlich in 2015. (Bild: Foto: WMF)
Die Württembergische Metallwarenfabrik (WMF) ist zudem stärkste Wachstumsmarke im Jahr 2016. In dieser Kategorie zählen nicht absolute Marktanteile, sondern die relative Veränderung des Marktanteils und der Markenattraktivität im Vergleich zum Vorjahr. Dabei legte die Marke allein im vergangenen Geschäftsjahr um 13 Prozent am Umsatz zu. Mit dem neuen Geschäftsfeld Elektrokleingeräte hat WMF vor allen Dingen jüngere Zielgruppen begeistert. Dafür hat das Geislinger Unternehmen seinen Online-Auftritt komplett neu gestaltet und insbesondere  auch den Umsatz im Online-Geschäft im vergangenen Jahr um 23 Prozent gesteigert. Für WMF ein gewaltiger Sprung: erstmals tauchen sie überhaupt in den Top-Ten der Wachstumsmarken auf. Dahinter im Ranking folgen Husqvarna, die sich mit Gartengeräten und insbesondere dem Mähroboter Automover eine Schneise bis zu Platz 2 schlagen konnten, und Sony (3.).

Wachstumsstärkste E-Commercemarke: Amazon

Erfilgreiche Neueinführung: Der Fire-TV-Stick von Amazon
Erfilgreiche Neueinführung: Der Fire-TV-Stick von Amazon (Bild: Amazon)
Um Wachstum geht es auch in der diesjährigen Sonderkategorie. Diese zeichnet 2016 die wachstumsstärkste E-Commerce-Marke aus. Der Gewinner ist gleichzeitig auch der Marktführer. Allein 25 Prozent des gesamten deutschen Onlinehandels werden über Amazon umgesetzt. Sortimentsausweitungen, der systematische Ausbau von Prime und neue Produkte wie Fire TV gaben dem US-amerikanischen E-Commerce-Riesen nochmals einen deutlichen Schub bei Umsatz und Reichweite. Mit Rewe zieht überraschend ein starker Konkurrent beim Thema Food auf den zweiten Platz – das Segment, in dem Amazon noch nicht so recht Fuß fassen konnte. Mit Douglas (3.), Ikea (4.)  und Lidl (5.) unter den Top 5 holen zudem weitere klassische Handelsmarken auf.vg

Meist gelesen
stats