Berliner Start-Up-Szene GoEuro feiert mit Bus-fahrendem Weihnachtsmann Werbepremiere

Dienstag, 29. November 2016
Dank GoEuro kann sich auch der Weihnachtsmann bei der Dienstreise entspannen
Dank GoEuro kann sich auch der Weihnachtsmann bei der Dienstreise entspannen
Foto: GoEuro

Seit wenigen Tagen ist die Kampagne rund um einen Weihnachtsmann ohne Rentierschlitten in der TV-Werbung zu sehen. Dahinter steckt ein Berliner Start-Up, das auf Zalandos Spuren wandeln will. Nach drei Jahren Entwicklungszeit fühlt sich GoEuro, die Reiseplattform für Bahn-, Bus- und Flugverbindungen, nun stark genug, um mit der Eroberung des Massenmarkts zu beginnen. Möglich machen soll das ein Marketing-Team, das gerade mal seit sechs Monaten existiert.

Für seine Werbepremiere verzichtet GoEuro allerdings auf eine Kreativagentur und hat den TV-Spot inhouse zusammen mit dem Freelance Creative Director Andreas Manthey in nur drei Monaten entwickelt (Produktion: Markenfilm Berlin). Cécile Lasota, Head of Branding & Communication, will das nicht als grundsätzliche Absage an Agenturen verstanden wissen: "Von meiner vorherigen Arbeit bei Zalando kenne ich auch das Arbeiten mit einer Agentur und weiß, dass beide Methoden ihre Vor- und Nachteile haben. Aber für unsere Kampagne mussten wir sehr schnell handeln können und das ist mit einer Agentur immer schwierig." In dem Spot, der nur in Deutschland im Fernsehen zu sehen sein wird und in den anderen zentralen GoEuro-Märkten Frankreich, Großbritannien, Italien und Spanien online eingesetzt wird, geht ein Hipster-Weihnachtsmann auf Reisen, lässt aber seinen  Rentierschlitten am Nordpol zurück. Dank GoEuro kann er frei zwischen Flugzeug, Bus und Bahnverbindungen kombinieren. Der Spot, der bis 23. Dezember laufen wird, soll die Bekanntheit der neuen Reisemarke steigern, aber gleichzeitig auch die größere Freiheit vermitteln, die das neue Reisebuchungsportal dank seiner freien Kombinierbarkeit zwischen unterschiedlichen Transportmitteln eröffnet.

Cécile Lasota, Head of Branding & Communication
Cécile Lasota, Head of Branding & Communication (Bild: GoEuro)
Lasota ist überzeugt, dass das Start-Up hier einen echten Wettbewerbsvorteil zu anderen Buchungsportalen hat: "Junge Menschen schätzen zum Beispiel die Vergleichsmöglichkeit zwischen Bus und Bahn, wo der Bus auf manchen Strecken nur unwesentlich langsamer, dafür aber deutlich billiger ist. Umgekehrt ist es für Geschäftsreisende spannend zu sehen, dass von Paris nach London die Bahn nicht nur billiger sondern auch schneller ist." Ebenfalls wichtig sei die Mobile-First-Strategie von GoEuro: "Gerade die Bahnunternehmen haben oft noch keinen mobil-optimierten Online-Auftritt. Da sind wir die faktisch die erste Möglichkeit, um problemlos über das Smartphone Reisen buchen zu können."

Ob die Argumente auch bei den Reisenden zünden werden, muss sich nun zeigen. GoEuro kommt derzeit auf rund 10 Millionen User monatlich, allerdings in zwölf europäischen Märkten. Das Unternehmen, das Partnerschaften mit 500 europäischen Transportunternehmen abgeschlossen hat, plant allerdings deutlich größer. GoEuro will Europa nicht nur flächenmäßig komplett abdecken, sondern mit seiner chinesischen und russischen Version auch den internationalen Tourismus nach Europa abdecken. Und wenn sich das Prinzip der Plattform in Europa bewährt, dürfte die Expansion auf weitere Kontinente der nächste logische Schritt sein. An einer Umsetzung dieser Vision arbeiten schon jetzt knapp 200 Mitarbeiter im Berliner Hauptquartier.

Als Vorteil könnte sich dabei erweisen, dass GoEuro zwar in Berlin sitzt, aber im Wesentlichen von Investoren der amerikanischen Start-Up-Szene finanziert wird. So erhält GoEuro eine indirekte Verbindung zu Unternehmen wie Airbnb und Uber, die ebenfalls an weltweiten Plattformen für Touristik- und Transport-Lösungen arbeiten. GoEuro hat gerade im Oktober eine neue Finanzrunde abgeschlossen und insgesamt 70 Millionen US-Dollar von Investoren rund um Silver Lake Kraftwerk und Kleiner Perkins Caulfield & Byers eingesammelt. Die jüngste Finanzspritze fließt nun in die Marketinginitiative von GoEuro ein. cam

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