Apple-Tochter Wie Beats mit einer Kopfhörer-Kampagne für das iPhone 6 trommelt

Freitag, 28. November 2014
In der Beats-Kampagne wimmelt es von Promis
In der Beats-Kampagne wimmelt es von Promis
Foto: Beats

Drei Milliarden US-Dollar hat Apple für Beats gezahlt, nicht zuletzt um die Marketingbrillanz des Kopfhörer-Herstellers in den Konzern zu holen. Die neue Beatskampagne "SoloSelfie" zeigt, dass Apple nicht zuviel gezahlt hat. Denn der Auftritt knüpft nicht nur mit geballter Starpower an einen aktuellen Selfie-Hype an, er gibt auch dem neuen iPhone 6 eine effektive Bühne.
Die Marke, die zusammen mit ihrer Leadagentur R/GA zuletzt bei der Fußball-WM kreative Highlights setzen konnte, folgt in dem neuen Film auf den ersten Blick dem bewährten Rezept: Ein massives Staraufgebot von Rapperin Nicki Minaj, über Schauspieler Norman Reedus und Reality-Star Kylie Jenner bis hin zu Tennisspielerin Serena Williams filmen sich selbst, während sie den Beats-Kopfhörer Solo2 tragen. Und im Hintergrund liefert das Lied "Something new" des schwedischen Duos Alex Ingrosso die richtige Stimmung. Doch ausgerechnet eines der weniger bekannten Gesichter in dem Film, die Bloggerin Karen X. Cheng, ist wesentlich für die digitale Mechanik der Kampagne.
Cheng hatte im Oktober mit der Erfindung der Donut-Selfies einen neuen Hype in den sozialen Netzwerken gestartet. Die nach einem Fahrmanöver benannten Selfies sind filmische Selbstporträts, die in einer kreisförmigen Armbewegung aufgenommen werden. Cheng erregte in den USA mit der Idee so viel Aufmerksamkeit, dass sie sogar eine eigene Website für die Fans von Donut-Selfies gestartet hat.

Mit dem Rebranding des von Chengs erfundenen Konzepts erzielt Beats gleich zwei Effekte: Es knüpft - getreu seiner Markenphilosophie - an einem aktuell für die Öffentlichkeit relevanten Thema an und inspiriert idealerweise auch weitere Kopfhörer-Besitzer, eigene Selfies ins Netz zu stellen - was den Markencontent im Internet weiter erhöhen dürfte.

Auch für die Konzernmutter Apple fällt ein kommunikativer Synergie-Effekt ab. Das Tutorial für Nachwuchs-Selfiemacher arbeitet ausschließlich mit dem iPhone 6 und bezieht explizit Features wie die Slow-Motion-Funktion des Geräts mit ein. Das Tutorial hat zwar mit aktuell 21.000 Aufrufen auf Youtube deutlich weniger Resonanz als der Werbefilm, der in nur einem Tag schon 2,5 Millionen mal gesehen wurde. Doch die Verküpfung gibt ein erste Beispiel, wie Beats in Zukunft die Starpower der Muttermarke Apple auch bei jüngeren Konsumenten steigern kann. cam
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